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6 Tipps für die Ausbildung in Augsburg

Hunderte Bewerbungen und kein Vorstellungsgespräch? Felix Müller, Ausbilder beim Logistikunternehmen Dachser SE in Augsburg, verrät worauf er bei Bewerberinnen, Bewerbern und Azubis am meisten Wert legt. Sechs Tipps vom Profi für die Ausbildung in Augsburg.
Veröffentlicht am 10.09.2021
(C) Dachser SE

6 Tipps für die Ausbildung in Augsburg

Hunderte Bewerbungen und kein Vorstellungsgespräch? Felix Müller, Ausbilder beim Logistikunternehmen Dachser SE in Augsburg, verrät worauf er bei Bewerberinnen, Bewerbern und Azubis am meisten Wert legt. Sechs Tipps vom Profi für die Ausbildung in Augsburg.

Wie wird man von Ihnen zum Vorstellungsgespräch eingeladen?

Der erste Eindruck entsteht durch die Bewerbung selbst: Wie sieht sie aus, wie ist sie aufgebaut und ist sie vollständig? Dann schaue ich mir den Lebenslauf an: Eine Pause zwischen Schulabschluss und jetzt ist nicht tragisch. Ich möchte aber wissen: Wie hat der junge Mensch die Zeit genutzt? Hat er zuhause vor sich hingelebt oder wollte er sich finden? Praktika und Fortbildungen sind da sehr gute Möglichkeiten.

Beim Blick aufs Zeugnis denken viele, es komme nur auf die Noten an. Eine schlechte Leistung ist aber noch kein Grund zur Absage. Es gibt einfach Fächer, die einem nicht liegen. Aussagekräftiger ist da schon der Text: Wie stellt der Bewerber sich und seine Motivation dar, ist er engagiert? Das Gesamtbild zeigt, ob der Bewerber zu uns passt oder nicht.

Wie kann man sich Ihre Position als Ausbilder gegenüber den Lernenden vorstellen?

Für die Lernenden der kaufmännischen Ausbildung in der Niederlassung Augsburg bin ich der erste Ansprechpartner für die Auszubildenden. Ich begleite sie von Anfang bis Ende: Vom Vorgespräch auf der Jobmesse, über das Sichten der Bewerbungsunterlagen bis zum Vorstellungsgespräch. Auch beim Unterschreiben des Ausbildungsvertrags und am ersten Tag begleite ich die Auszubildenden. Ab dann bin ich eher im Hintergrund: Die Ausbildung selbst übernehmen unsere ausgebildeten Tutoren und Wissensvermittler in den Abteilungen. Am Ende der Ausbildung koordiniere ich dann die Übernahme in die Einstiegsposition.

Stimmen Sie dem Satz „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ zu?

Jein. Es gibt, wie überall im Leben, natürlich manchmal herausfordernde Aufgaben. Hindernisse und Herausforderungen gehören einfach zum Lernprozess dazu, egal in welchen Lebenslagen. Ich denke gleichzeitig, dass man auch beim Thema Ausbildung stets mit der Zeit gehen und diese attraktiv für die jungen Leute gestalten muss. „Das war schon vor 40 Jahren so“ ist einfach kein Argument.

Was können Sie denn bei Ihren aktuellen Nachwuchskräften beobachten?

Die sogenannte Generation Z fordert viel ein. Wenn ihnen etwas nicht passt, dann sagen sie es. Das finde ich auch gut: Denn so kommen wir automatisch in den Diskurs mit den jungen Menschen. Wenn die Argumente plausibel sind, dann akzeptieren sie auch unsere Entscheidungen. Wir wollen uns beim Thema Ausbildung stetig verbessern und am Puls der Zeit bleiben. Wir bilden schließlich nicht aus Jux und Tollerei aus: Die Azubis von heute sind unsere Mitarbeiter von morgen. Und die sollen natürlich bestmöglich geschult sein.

Lernt man als Ausbilder etwas von den Auszubildenden?

Oh ja. Ich bin zwar noch nicht ganz dreißig, aber gerade bei der Digitalisierung merke ich: Man ist schnell abgehängt. Das passiert den jungen Menschen heute nicht so schnell. Aber kein Wunder, schließlich sind die Digital Natives mit der Technologie groß geworden. Deswegen sprechen wir mit unseren Auszubildenden auch über Verbesserungsvorschläge. Wenn man die Ideen integrieren kann, setzen wir das auch um.

Ist man als Ausbilder am Ende stolz auf „seine“ Auszubildenden?

Auf alle Fälle. Am Standort Augsburg bin ich bei der Ausbildung vom ersten Tag an dabei, sehe wie sich unsere Nachwuchskräfte weiterbilden und entwickeln. Am Ende haben sie sich zwei bzw. drei Jahre reingehängt, super Noten im Zeugnis und werden von uns übernommen. Das stelle ich mir so ein bisschen vor wie Elternsein: Wenn ich mal selber Kinder hab, bin ich auf ihr „Flügge-Werden“ schon bestens vorbereitet. Wenn ich nicht stolz wäre, hätte ich den falschen Beruf gewählt.

 

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