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Morningshow bei Hitradio RT1: Wie sieht der Job beim Radio wirklich aus?

Den ganzen Tag vor dem Mikro stehen und quatschen, sieht so der Alltag von Radiomoderator:innen aus? Ramona Schwab und Rolf Störmann moderieren gemeinsam die Morningshow „Störmann & Co.“ beim Hitradio RT1 in Augsburg. Wieso der Job beim Radio auch bedeutet, einen an der Klatsche zu haben und wie viel Arbeit hinter einer Sendung steckt, erzählen sie im Interview.
Veröffentlicht am 20.09.2022
(C) HITRADIO RT1

Wie seid ihr zu eurem Job beim Radio gekommen?

Ramona Schwab: Ich bin eigentlich mehr über Umwege zum Radio gekommen. Zuerst habe ich eine Ausbildung als Kauffrau für Bürokommunikation gemacht. Irgendwie wollte ich aber noch mal etwas anderes ausprobieren und konnte mir nicht vorstellen, mein Leben lang in diesem Beruf zu bleiben. Deshalb habe ich danach ein Praktikum bei RT1 in Augsburg gemacht. Der Job beim Radio hat mir dann so viel Spaß gemacht, dass mir klar war: Hier will ich bleiben!

Rolf Störmann: Bei mir gab es sogar noch mehr Umwege. Nach der Schule habe ich eine Ausbildung zum Koch gemacht, danach war ich bei der Bundeswehr und anschließend habe ich in verschiedenen Restaurants gearbeitet. Zwischendurch war ich auch als Getränkelieferant und DJ unterwegs. Zu dieser Zeit sind die Privatradios entstanden und ich dachte mir: Da will ich arbeiten! Ohne ein Praktikum aber mit ein bisschen Glück, bin ich in die Sportredaktion bei Top FM in Fürstenfeldbruck reingerutscht und habe sonntagabends über den Kreisligafußball berichtet. Nach einer Weile wurde mir dort eine Ausbildung (Volontariat) angeboten und mittlerweile bin ich schon seit 21 Jahren beim Radio dabei.

Als bloßer Radio-Hörer denkt man vielleicht, Radiomoderator:innen würden den ganzen Tag einfach nur ins Mikrofon quatschen. Ist das wirklich so oder gehören noch andere Aufgaben zu eurem Job beim Radio dazu?

Ramona Schwab: Hinter so einer Radiosendung steckt ganz viel Arbeit hinter den Kulissen. Wir gehen nicht mit einem leeren Blatt ins Studio sondern haben sozusagen ein vorgeschriebenes Regiebuch in dem steht, welche Themen die Hörer:innen beschäftigen und was wir ihnen erzählen möchten. Die Sendung vorzubereiten bedeutet deswegen viel Organisation. Wir müssen mit Interviewpartner:innen sprechen, Themen recherchieren und noch viele weitere redaktionelle Aufgaben erledigen. Es steckt also sehr viel mehr hinter dem Moderationsjob, als einfach nur das Mikrofon anzumachen und kurz mal Guten Morgen in die Welt rauszurufen.

Rolf Störmann: Genau, wir machen hier nicht den ganzen Tag das gleiche. Natürlich geht es in unseren mehrstündigen Sendungen ums Reden und Moderieren, aber alles andere ist Vorbereitungsarbeit. Zu unserem Job beim Radio gehört es auch dazu, auf Außenveranstaltungen zu gehen. Heute Nachmittag bin ich zum Beispiel auf dem Plärrer in Augsburg unterwegs.

Bedeutet eine Radiosendung zu moderieren einfach draufloszureden oder werden die Moderationen zum größten Teil abgelesen?

Ramona Schwab: Wir Radiomoderator:innen neigen dazu, viel zu erzählen und uns schnell zu verplappern. Deshalb gibt es einen groben Ramen der festlegt, über welche wichtigen Infos wir sprechen müssen. Denn wenn wir nur spontan reden würden könnte es passieren, dass wir wichtige Dinge vergessen. Trotzdem passiert morgens im Studio auch ganz viel spontan.

Welche Fähigkeiten muss man für den Job als Radiomoderator:in mitbringen?

Rolf Störmann: Man sollte eine schöne Stimme haben, ich sag jetzt mal möglichst akzentfrei. Außerdem sollte man ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein mitbringen aber im Endeffekt kann man alles lernen. Es gibt Sprachunterricht und wir haben auch Coachings in denen uns gesagt wird, was wir verbessern sollten und was schon super ist.

Ramona Schwab: Man muss Lust haben anderen Menschen Geschichten und Neuigkeiten zu erzählen. Es ist auch wichtig offen zu sein und eher einen extrovertierten Charakter zu haben. Es wird oft gesagt, wir vom Radio hätten einen an der Klatsche, weil wir natürlich alle sehr laute und extreme Charaktere sind. Aber das ist wichtig für den Job beim Radio und gehört irgendwie auch dazu.

Gibt es etwas, das bei eurem Job im Radio herausfordernd sein kann?

Rolf Störmann: Bei unseren Sendungen müssen wir darauf achten, dass wir alle Hörer:innen im Publikum ansprechen. Das ist nicht immer leicht, denn die jungen Hörer:innen möchten vielleicht anders angesprochen werden, als die älteren. Aber dann müssen wir das eben so formulieren, dass für jeden klar ist, wen wir gerade ansprechen.

Was macht den Beruf für euch besonders?

Rolf Störmann: Das Schöne an dem Job ist, dass jeder Tag anders aussieht. Natürlich gibt es Routinen, wie zum Beispiel ins Studio kommen und die Kaffeemaschine anzuschalten. Aber die Themen sind jeden Tag neu und man kann sich immer in die Redaktionskonferenzen miteinbringen. Das ist eigentlich das coole an dem Job beim Radio.

Ramona Schwab: Als Radiomoderatorin verdiene ich mein Geld mit Unterhaltung. Ich darf den Menschen erzählen was wichtig ist und mich nebenbei kreativ ausleben. Besonders schön finde ich es, wenn wir morgens spontan über ein Thema sprechen, dass uns gerade in unserem Privatleben beschäftigt. Manchmal stehen dann plötzlich die Telefone nicht mehr still, weil unsere Hörer:innen die gleiche Erfahrung gemacht haben oder es einfach toll finden, dass wir über das Thema berichten. Die spontanen Momente sind sehr schön und machen den Beruf für mich besonders.