Viele Schülerinnen und Schüler kamen zu der Azubimesse in Krumbach. Die Veranstalter Alexandra Maisch und Lukas Ziegler vom Verlagsteam der Mittelschwäbischen Nachrichten haben 26 Unternehmen in den Stadtsaal gebracht, die über ihre Berufsfelder informieren konnten. Fotos: David Honold05.05.2026 ● Lilith Lidwina Gessler
„AzubiXperience“ setzt auf Begegnung
26 Unternehmen aus der Region und darüber hinaus werben im Stadtsaal Krumbach um neue Auszubildende. Aussteller und Jugendliche verraten, was die Ausbildungsmesse so besonders macht.
Zwischen Stimmengewirr und Händeschütteln betreten die Schülerinnen und Schüler der Umgebung den Krumbacher Stadtsaal. Die „AzubiXperience“ ging am Montag in die nächste Runde und öffnete von 13 bis 17 Uhr die Türen für alle Jugendlichen, die demnächst in die Ausbildung starten möchten. Denn für viele Schülerinnen und Schüler stellt sich ab diesem Jahr die Frage: Was kommt nach der Schule? Bei der Ausbildungsmesse wollen sich angehende Azubis einen ersten Eindruck verschaffen und mit verschiedensten Ausbildungsbetrieben ins Gespräch kommen.
Es ist ein sonniger Nachmittag, auf den Treppen vor dem Eingang sitzen kleine Gruppen und unterhalten sich. Einige sind gerade erst angekommen, andere machen eine kurze Pause, bevor sie sich wieder ins Messegeschehen stürzen. Im Saal sorgt ein DJ für eine stimmungsvolle Atmosphäre, während das Organisationsteam den Neuankömmlingen am Eingang den Ablauf erklärt.
Beim Rundgang durch die Stände zeigt sich schnell, welchen Wert Veranstaltungen wie diese für die Aussteller und auch die zukünftigen Azubis haben. Marc Salih, Einstellungsberater bei der Bundespolizei, sagt: „Online kann ich wichtige Infos besorgen, aber die Beziehungen zwischen Menschen – besonders in einer dynamischen Arbeitswelt – können nicht ersetzt werden. Dafür bedarf es einen persönlichen Kontakt“.
Ein Gedanke, der sich wie ein roter Faden durch den Nachmittag zieht – denn auch der Fachkräftemangel macht einigen Betrieben in Krumbach und der Umgebung zu schaffen, und so rücke die Suche nach Nachwuchs immer stärker in den Vordergrund, wie einige Ausstellerinnen und Aussteller mitteilen.
Lea Wiedemann aus der Personalabteilung und Ausbilderin Leonie Schneider von der Faist Anlagenbau GmbH in Niederraunau haben bereits einige positive Eindrücke gesammelt: „Wir führen hier sehr vielseitige Gespräche“, erzählen sie. Besonders auffällig sei, wie schnell ein erster Eindruck entstehe. „Die Jugendlichen merken sofort, ob sie sich angesprochen fühlen oder eben nicht“. Gerade dieser Moment sei entscheidend, um überhaupt ins Gespräch zu kommen. „Auch wir freuen uns über jeden neuen Azubi, um dem Personalmangel auch weiterhin entgegenwirken zu können.“
Beim Stand der Raiffeisenbank Schwaben Mitte sind Sarah Brenner und Marcel Hölt ebenfalls überzeugt: Der persönliche Eindruck zählt. „Interessant gestaltete Stände bleiben oft im Gedächtnis“, betont Brenner. Sie selbst erinnere sich noch an diese Ständen aus ihrer Schulzeit. Zudem beobachten beide die Unsicherheit einiger Schülerinnen und Schüler, wohin es gehen soll. „Da hilft einfach, offen auf sie zuzugehen und ins Gespräch zu kommen“. Ihr Tipp an die Jugendlichen: möglichst viel ausprobieren, verschiedene Bereiche kennenlernen und auch Praktika nutzen. Doch nicht nur bei den Ausbildern, auch aus Sicht der Auszubildenden hat der direkte Kontakt großen Wert. Am Stand der Sparkasse Schwaben- Bodensee steht Antonio Mischiu, er ist Azubi im ersten Lehrjahr und freut sich, seine Erfahrungen mit anderen teilen zu können: „Ich rede sehr gerne“, sagt er mit einem Lächeln. „Der Schlüssel liegt in der Kommunikation.“ „Ich hätte als Schüler gerne häufiger die Möglichkeit gehabt, Praktika zu absolvieren, um mich besser orientieren zu können“. Heute nutzt er die Gelegenheit, um angehenden Azubis bei der Entscheidung unterstützend zur Seite zu stehen.
In den Gängen befinden sich auch die beiden Schüler Florian und Alessandro. „Wir sind etwas spät dran und wollen noch ein paar Stände ansehen“, sagen sie. „Besonders hat uns bis jetzt der Stand der Autoneum GmbH interessiert“. Sie haben bereits einige Giveaways eingesammelt und freuen sich, mit weiteren Ausbildern ins Gespräch zu kommen.
Weiter geht es im ersten Stock. Hier haben einige Ausbildungsberufe die Möglichkeit die zukünftigen Azubis mit Vorträgen zu begeistern. Die Kreiskliniken Günzburg- Krumbach präsentieren ihre Angebote, wie ein FSJ im medizinischen Bereich und die Ausbildungsberufe Medizinische/r Fachangestellte/ r oder Pflegehilfskraft. Alexandra Maisch und Lukas Ziegler vom Verlagsteam der Mittelschwäbischen Nachrichten sind die Veranstalter der AzubiXperience in Krumbach. Sie zeigen sich zufrieden mit dem großen Andrang an Schülerinnen und Schülern. 26 regionale und überregionale Unternehmen können an Infoständen über ihr Berufsfeld informieren. Die Berufe sind dabei sehr breit gefächert, betont Ziegler: „Von sozialen Berufen bis zu Handwerksberufen oder Polizei und Bundeswehr: Wir denken, hier ist für jeden etwas dabei.“ Maisch ergänzt: „Wir bringen Unternehmen und motivierte junge Menschen zusammen. Das hat heute sehr gut funktioniert.“


