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Foto: Jacob Lund, stockadobe.com

01.02.2021

Berufswunsch Influencer? Lieber nicht...

Autorin: Julia Paul

Dalia Mya, Bryce Hall und Charli D’Amelio leben es vor: Jeden Tag ausschlafen, im Bett durch Social Media scrollen und erst mittags aufstehen. Dann eine Bowl zum Frühstück genießen, nachmittags ein paar Calls, vielleicht noch den ein oder anderen Termin. Sonst? Storys aufnehmen, Fotos bearbeiten und DMs beantworten – und das nicht nur nebenbei als Hobby, sondern beruflich. So sieht das Influencer-Leben für Außenstehende zumindest aus.

Viele Jugendliche geben deshalb bei Umfragen oft den Berufswunsch „Influencer“ an. Doch das Leben als selbst ernannter Content Creator ist nicht immer ganz so rosig, wie die Filter es aussehen lassen. Zu viele Pakete zu bekommen, die Gefahr von Scheinfreunden und kaum mehr Privatsphäre sind dabei nicht die einzigen Nachteile.

Die Vorteile einer Ausbildung

Während Auszubildende in den meisten Betrieben geregelte Arbeitszeiten haben, müssen Influencer auch abends, nachts, feiertags und am Wochenende ran. Sie verreisen zwar viel, haben aber keinen Urlaub. Schließlich möchten die Follower ein Foto vom Weihnachtsbaum, das #ootd und natürlich auch den Foodhaul sehen – und das nicht erst am 27. Dezember nach den Feiertagen. Die Bilder müssen am besten noch während des Fests bearbeitet und hochgeladen werden. Die anderen am Tisch, die frei haben und keine Gedanken an ihren Job verlieren müssen, haben dafür kaum Verständnis. Das Essen wird doch kalt!

„Hate“ nennt man es, wenn scheinbar grundlos beleidigende Kommentare unter dem neuesten Bild stehen, man gemeine Nachrichten bekommt, mit denen man nichts anfangen kann, oder sich Teile der Community gegen einen stellen. In einer Berufsausbildung gibt es auch das nicht. Zwar müssen Azubis ab und zu Kritik einstecken, diese ist aber in der Regel konstruktiv und mit Verbesserungsvorschlägen verbunden. Statt „Dein Oberteil ist hässlich“ hilft die Aussage „Versuch doch bitte nächstes Mal, dein Hemd vor der Arbeit zu bügeln“ doch wesentlich mehr, um etwas zu ändern.

Zuerst Berufsausbildung, dann Influencer werden

Dieses Feedback geben meist Ausbilder oder Kollegen. Mit ihnen verbringt man – je nach Job – viel Zeit. In den Mittagspausen isst man gemeinsam in der Kantine und am ein oder anderen Abend quatscht man vielleicht auch mal privat außerhalb der Arbeit. Als Influencer arbeitet man meistens alleine und ist auf sich gestellt. Dafür ist viel Selbstständigkeit und Eigeninitiative nötig – Fähigkeiten, die viele erst in der Ausbildung richtig lernen. Dort werden durch einen geregelten Tagesablauf auch Struktur und Ordnung gelehrt – wichtige Eigenschaften für das Leben.

Eine Mischung als Alternative: Natürlich gibt es auch zahlreiche Ausbildungen im Social Media- und Medienbereich oder welche, die Vorteile des Influencer-Daseins mit denen einer gewöhnlichen Berufsausbildung kombinieren.

Auch interessant: Wie die Schule auf das Berufsleben vorbereitet

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