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06.03.2024

Equal Pay Day – Für mehr Gleichberechtigung im Job

In Sachen Gender Pay Gap bildet Deutschland europaweit immer noch das Schlusslicht – denn der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen liegt aktuell bei 18 Prozent. Dies stellte das statistische Bundesamt im vergangenen Jahr fest. Laut dieser Statistik verdienen Frauen in Deutschland einen durchschnittlichen Bruttostundenlohn von 20,84 Euro. Männer hingegen erhalten im Durchschnitt 25,30 Euro pro Stunde. Rechnet man diese Differenz auf Tage um, ist dieser Unterschied so groß, als hätten Frauen 66 Tage lang unbezahlt gearbeitet. Fest steht: Das muss sich ändern! Deshalb gibt es den Equal Pay Day, der in diesem Jahr am 06. März stattfindet. Das Ziel des internationalen Aktionstages: Nicht nur auf die Rückstände aufmerksam machen, sondern auch gemeinsame Lösungsansätze finden.

Warum ist die Gender Pay Gap so groß?

Um langfristig etwas zu bewirken, muss erst einmal der Ursprung dieser Ungerechtigkeiten bewusst gemacht werden. Auch dazu ist der Equal Pay Day da. Dass in der Berufswelt auch heutzutage noch derartige Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern herrschen, ist auf sogenannte strukturelle Unterschiede zurückzuführen. Zum einen umfasst dieser Begriff die verschiedenen Branchen, in denen Männer und Frauen arbeiten. Frauen sind nach wie vor viel häufiger im Dienstleistungsbereich und in der Care-Arbeit tätig als Männer. Dazu gehören zum Beispiel Berufe in der Pflege oder in Kindertagesstätten. Warum das immer noch so ist, hängt mit stereotypischen Geschlechterrollen zusammen, die unserer Gesellschaft leider immer noch anhaften. Diese Berufe gelten oft nicht nur als weniger angesehen oder „einfacher“ als beispielsweise Jobs in der Technik, sondern besitzen auch deutlich niedrigere Aufstiegschancen. Dies ist einer der Gründe, weshalb Frauen immer noch seltener in Führungs- oder Entscheidungspositionen zu finden sind.

Ein weiterer Grund für die große Gender Pay Gap: die Familie. Auch wenn sich in den letzten Jahrzehnten schon etwas getan hat, sind es meist immer noch die Frauen, die sich um die Kinder und den Haushalt kümmern. Mit der Schwangerschaft wird das Berufsleben erst einmal unterbrochen – und die Rückkehr in den Berufsalltag ist alles andere als leicht. Mal ist die eigene Stelle weg, mal das Gehalt deutlich gekürzt – die Auswirkungen sind bis in die Rente spürbar. Viele Frauen weichen außerdem auf Teilzeit- oder Minijobs aus, um Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen. Das Resultat: Frauen arbeiten fast dreimal so häufig in Teilzeit wie Männer und verdienen somit deutlich weniger als bei einer Vollzeitstelle.

Diese Aktionen gibt es am Equal Pay Day

Die Kampagne des Equal Pay Day will vor allem eins: so viele Menschen erreichen wie nur möglich. Als offizielles Programm sind zahlreiche digitale Networking-Veranstaltungen geplant, auf denen sich Interessierte informieren und austauschen können. Von Vorträgen und Diskussionsrunden mit Expert:innen aus Politik und Gesellschaft bis hin zu interaktiven Poetry Slams ist alles dabei. Die zentralen Themen in diesem Jahr: Gerechtere Zeitaufteilung und Digitalisierung. So drehen sich einige Vorträge etwa um die Frage, was soziale Medien und der vermehrte Einsatz von KI für Frauen in der Arbeitswelt bedeuten – und wie sie das nutzen können. Ein weiterer zentraler Gedanke ist die Vier-Tage-Woche – liegt in ihr möglicherweise der Weg zu einer gerechteren Arbeitsaufteilung?

Für mehr Sichtbarkeit im Alltag sorgen in einzelnen Städten Aktionen wie der EPD-Bus. Dieser besondere rote Bus fährt einen Monat lang normale Linienstrecken ab und bringt die Botschaft des Equal Pay Day auf die Straßen. Auch das Red Picnic sorgt dafür, dass der Aktionstag im Gedächtnis bleibt. Hierbei sind alle herzlich dazu eingeladen, mit roter Kleidung ein Zeichen für mehr Gleichberechtigung zu setzen – und nebenbei Musik, spannende Vorträge und leckeres Essen zu genießen.

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