(C) Stadtwerke Augsburg22.06.2026 ● Valeria Rybin
Die Arbeit als Busfahrer bei den Stadtwerken Augsburg
Busfahrer:innen in Augsburg sorgen täglich dafür, dass tausende Menschen zuverlässig zur Arbeit, zur Schule oder nach Hause kommen. Doch während die Fahrgäste oft nur wenige Minuten im Bus verbringen, beginnt für die Fahrer:innen der Arbeitstag schon deutlich früher.
Der Arbeitsalltag als Busfahrer in Augsburg
„Es gibt einen flexiblen Schichtplan und man kann zwischen Früh-, Tag- oder Spätschicht wählen“, erklärt Bernd Läuter, der seit 2018 als Busfahrer bei den Stadtwerken Augsburg (swa) arbeitet. Seine Ausbildung machte er bei der Deutschen Bundesbahn, später war er viele Jahre als Fahrdienstleiter in Gersthofen tätig.
Wer glaubt, Busfahrer:innen würden täglich stumpf dieselbe Strecke fahren, unterschätzt den Beruf. Denn kein Tag ist wie der andere. „Man muss immer flexibel bleiben“, sagt Läuter. „Es kann jederzeit zu Umleitungen, Baustellen oder Störungen kommen.“ Auch Luis Mederle, der derzeit eine Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb absolviert, bestätigt das: „Vor Dienstbeginn muss man erst einmal prüfen: Ist alles so wie am Vortag?“
Gerade im Stadtverkehr seien Aufmerksamkeit und schnelles Reaktionsvermögen entscheidend. „Die vielen E-Scooter in Augsburg sind beispielsweise eine Herausforderung“, erzählt Läuter. Hinzu komme, dass viele Verkehrsteilnehmenden oder Fußgänger:innen durch ihr Handy abgelenkt seien. „Man muss immer mitdenken – auch für andere.“
Trotz der Verantwortung schätzen beide vor allem die Abwechslung und den Kontakt mit Menschen. „Mir macht das Fahren einfach Freude“, sagt Läuter. Gleichzeitig sei der soziale Austausch mit den Fahrgästen ein wichtiger Teil des Berufs.
Wer Busfahrer:in werden möchte, braucht laut den beiden vor allem Ruhe und Konzentration. „Man muss einen kühlen Kopf bewahren können und stressresistent sein – gerade bei Verspätungen“, erklärt Läuter. Auch zeitliche Flexibilität spiele wegen des Schichtdienstes eine wichtige Rolle. Daneben seien technisches Verständnis und Verantwortungsbewusstsein wichtig. Schließlich bewegt man täglich ein großes Fahrzeug durch den Straßenverkehr.
Die Ausbildung bei den swa
Luis Mederle befindet sich aktuell im dritten Lehrjahr seiner Ausbildung bei den swa. Für ihn gab es bereits ein großes Highlight: „Nach dem bestandenen Führerschein das erste Mal allein auf Linie unterwegs zu sein – das war definitiv ein besonderer Moment.“
Die Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb ist eine dreijährige, duale Berufsausbildung. Dabei umfasst sie deutlich mehr als nur das Busfahren selbst. Sie verknüpft das sichere Lenken von Bussen und Bahnen mit kaufmännischen und planungsorientierten Aufgaben im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Ergänzt wird sie durch Blockunterricht in der Berufsschule in München sowie IHK-Prüfungen.
Im ersten Lehrjahr lernen die Azubis unter anderem die Buswerkstatt und die organisatorischen Abläufe kennen. „Man macht kleinere Arbeiten am Fahrzeug und bekommt technisches Hintergrundwissen vermittelt“, erklärt Mederle. Im zweiten Lehrjahr steht die Fahrschule im Mittelpunkt. Wer bereits seit drei Jahren den Autoführerschein besitzt, absolviert rund 56 Fahrstunden für den Busführerschein. Im dritten Lehrjahr folgt schließlich der Einsatz im Fahrdienst.
Zusätzlich lernen die Auszubildenden weitere Bereiche wie Leitstelle, Disposition, Fahrplanung oder Kundencenter kennen. „Dadurch versteht man viel besser, wie der gesamte Verkehrsbetrieb funktioniert“, sagt Mederle. Das eröffnet später auch verschiedene Karrierewege – etwa in der Leitstelle, im Personalbereich oder als Verkehrsmeister.
Auch der Quereinstieg ist möglich
Wer keine klassische Ausbildung absolvieren möchte, kann auch als Quereinsteiger:in bei den swa starten. Die Stadtwerke Augsburg bieten dafür eine interne Ausbildung inklusive Busführerschein und IHK-Prüfung an. Diese dauert etwa sechs bis acht Monate.
Die Arbeit als Busfahrer:in eignet sich besonders für Menschen, die sich für Technik, moderne Mobilität und den Umgang mit Menschen begeistern können. Denn der Beruf hat sich längst weiterentwickelt und ist heute vielseitiger denn je.


