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Die Vektorgraphik zeigt einen nachdenklich blickenden Mann. Übers einen angehobenen Armen sind zwei Symbole zu sehen: Pfeile auf der einen Seite, eine Aktentasche innerhalb eines Schildes auf der anderen Seite. Diese Symbole stehen für Flexibilität und Sicherheit im Beruf.(C) VMM

16.12.2025 Diana Schneider

Flexicurity: Eine Alternative zur klassischen Arbeitsplatzsicherheit?

Flexi- was? Wer noch nie etwas von Flexicurity gehört hat, ist damit nicht allein. Das aus dem Englischen stammende Schachtelwort (flexibility und security) bezeichnet ein arbeitsmarktpolitisches Konzept, das versucht, Flexibilität für Unternehmen und Sicherheit für Beschäftigte miteinander zu verbinden.

Die Kernidee

Im Grunde genommen ist Flexicurity eine mögliche Reaktion auf den sich stetig verändernden und flexibler werdenden Arbeitsmarkt. Sicherheit und Schutz der Arbeitnehmenden stehen dabei ebenfalls im Vordergrund. Demnach sollen sich die Rechte und Pflichten aller beteiligter Akteure im Gleichgewicht befinden. Das Zusammenwirken von Wirtschaftspolitik und Sozialpolitik ist somit nicht gegensätzlich, sondern komplementär und gegenseitig unterstützend.

Elemente und Ziele der Flexicurity

Die Idee von Flexicurity beruht auf dem sogenannten goldenen Dreieck: flexible Einstellungs- und Entlassungsregeln, großzügige Sozialleistungen und aktive Arbeitsmarktpolitik. Im ersten Moment scheint der mangelnde Kündigungsschutz für die Arbeitnehmenden besorgniserregend. Jedoch wirken die ausgeprägten Sozialleistungen und aktive Arbeitsmarktpolitik dieser Unsicherheit entgegen. Ein Jobverlust bedeutet demnach keine existenzielle Krise, da das Arbeitslosengeld verhältnismäßig hoch und über einen längeren Zeitraum angelegt ist. Zudem verhelfen viele Weiterbildungsangebote, Kurse und Jobvermittlungen zu einer neuen Tätigkeit, sodass der arbeitslose Zeitraum kurz bleibt. Obwohl sich ein häufiger Jobwechsel einschüchternd anhören mag, bietet er im Gegensatz Chancen für Weiterbildungen und Neuausrichtungen. Zudem ist die Jobflexibilität nicht nur als ein Wechsel zwischen unterschiedlichen Betrieben zu verstehen, sondern auch innerhalb eines Unternehmens.

Das Paradebeispiel Dänemarks

Dass das Flexicurity-Konzept nicht nur in der Theorie funktioniert, beweist vor allem Dänemark. Aufgrund der zunehmenden Arbeitslosigkeit wurde Anfang der 90er eine Finanzpolitik etabliert, die versuchte, dagegen anzukämpfen. Im Zuge dessen führte die Regierung großzügige Sozialleistungen und eine aktive Arbeitsmarktpolitik ein. Die Idee: Einerseits sollten gezielte Weiterbildungsangebote für Arbeitslose die Chancen auf Wiedereinstellung fördern. Andererseits sollte eine finanzielle Absicherung es den Menschen einfacher machen, einen Berufswechsel zu wagen. Bis heute findet das Modell dort Anwendung. Arbeitnehmende nutzen die hohe Jobmobilität, was den Arbeitsmarkt flexibel macht. Zudem gehört Dänemark laut aktuellen Trends zu den Ländern im internationalen Vergleich mit der höchsten Arbeitszufriedenheit.

Flexicurity: Alles perfekt oder doch zu utopisch?

Obwohl das Flexicurity-Konzept vielversprechend wirkt, ist es in der Umsetzung leider nicht immer ganz so einfach. Grund dafür ist, dass das Sozialsystem an erster Stelle gut genug aufgestellt sein muss, um soziale und finanzielle Sicherheit während der Zeit ohne Beschäftigung garantieren zu können. Zudem ist eine Förderung der Weiterbildungs- und Vermittlungsprogramme nötig. Eine ideale Grundlage ist dafür zudem eine stabile und starke Wirtschaft, die auf dem Vertrauen der Bevölkerung bauen kann. Nur so kann eine Umsetzung des Flexicurity-Modells erfolgreich gelingen.

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