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15.05.2023

KI-Software im Recruiting: Chance oder Risiko?

Ob im Algorithmus der Suchmaschine, als Smart-Home-Steuerung oder in der Landwirtschaft: Künstliche Intelligenz (KI) wird bereits in vielen verschiedenen Lebensbereichen eingesetzt. Auch das Recruiting und viele HR-Prozesse können durch eine KI-Software automatisiert und optimiert werden. In Bewerbungsverfahren können KI-Programme beispielsweise Fragen für Bewerbungsgespräche entwickeln und dafür sorgen, dass Personaler:innen die Antworten später besser vergleichen können. Es ist außerdem möglich, dass die KI Videos von Bewerber:innen auswertet und darauf basierende Persönlichkeitsportraits erstellt.

So kann künstliche Intelligenz im Recruiting eingesetzt werden

Eine KI-Software kann Personaler:innen dabei unterstützen, Stellenanzeigen zu erstellen und zu optimieren. So können Arbeitssuchende die passenden Jobangebote schneller im Netz finden. Die KI kann durch die Analyse bestehender Stellenanzeigen außerdem helfen, Jobbörsen und Keywords für neue Anzeigen vorzuschlagen. Chatbots eignen sich gut, um den Erstkontakt mit Kandidat:innen herzustellen. Sie sind rund um die Uhr erreichbar, reagieren selbstständig auf Kontaktversuche und können viele Fragen eigenständig beantworten oder weiterleiten.

CV-Parsing ist eine Technologie, die mit künstlicher Intelligenz arbeitet und einzelne Textbausteine aus den Lebensläufen in eine Bewerberdatenbank überträgt. Diese kann automatisiert nach bestimmten Qualifikationen oder Eigenschaften durchsucht werden und dabei das Recruiting unterstützen. Um geeignete Kandidat:innen zu finden, können Recruiter:innen sogenannte Matching-Anwendungen nutzen. Diese basieren auf künstlicher Intelligenz und schlagen anhand von Stellenbeschreibungen Kandidat:innen aus einer Datenbank vor. Außerdem erstellen sie anhand eines Stellenprofils ein Ranking der Bewerber:innen und liefern Vorschläge, welche Fragen für das Jobinterview geeignet sind.

Diskriminierung von Bewerber:innen durch die KI-Software

Digitale Auswahlsysteme, die sich mit der Auswahl von Bewerber:innen beschäftigen, finden sich in deutschen Unternehmen eher selten. Dabei könnte die künstliche Intelligenz auch eingesetzt werden, um Termine zu koordinieren und formale Anforderungen in Unterlagen zu prüfen. Das erspart Zeit und kann den Recruiting-Prozess vereinfachen.

Wenn die Software richtig programmiert ist, könnte die künstliche Intelligenz zudem in Zukunft für mehr Diversität und Fairness bei der Auswahl von Bewerber:innen sorgen. Hierbei kann es jedoch auch zu diskriminierenden, sexistischen oder rassistischen Entscheidungen durch die KI kommen.

So arbeitet die KI-Software immer nach der Datenlage, mit der sie auch gefüttert wird. Wurden bei vergangenen Bewerbungsprozessen beispielsweise hauptsächlich Männer eingestellt, benutzt die künstliche Intelligenz diese Information auch für zukünftige Entscheidungen. Der Einsatz der neuen Technologie ist also nicht ganz unproblematisch und muss in vielen Bereichen noch optimiert werden.

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