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Foto von Gregor Witsch, FotografGregor Witsch

01.04.2026 Diana Schneider

Leben als Fotograf: Die Arbeit hinter der Linse

Gregor Witsch ist erfahrener Content Creator und Grafik Designer. Im Interview erzählt er von seinem Berufsalltag hinter der Kamera und den Herausforderungen, die damit einhergehen.

Wie bist du selbstständiger Fotograf geworden? Wie sah dein Weg bis dahin aus?

Ich bin gelernter Mediengestalter. Schon während der Ausbildung habe ich angefangen, für Bands und Musiker Fotos und Videos zu machen. Dadurch bin ich Schritt für Schritt in die Branche hineingewachsen. Nach der Ausbildung war ich in einer kleinen Agentur angestellt. Dort habe ich nicht nur kreativ gearbeitet, sondern auch Angebote geschrieben und Rechnungen gestellt. So habe ich gesehen, wie das Geschäft funktioniert und dachte mir: Das kann ich auch selbst. Danach habe ich mich selbstständig gemacht.

War es einfach, diesen Schritt zu machen?

Nein, leider nicht. Deutschland ist da kein einfaches Land, um ohne großes Startkapital etwas zu gründen. Besonders in der kreativen Branche. Ich hatte zum Beispiel eine einmalige Förderung von 1.000 Euro. Das ist natürlich nicht so viel. Bessere Chancen haben Menschen, die etwas geerbt haben oder Zuschüsse von ihren Eltern bekommen. Oder man hat wirklich viel Glück, aber das ist nicht der Standard. „Vom Tellerwäscher zum Millionär” ist hier in den allermeisten Fällen nicht so möglich.

Gibt es sonstige Herausforderungen, die die Selbstständigkeit als Fotograf mit sich bringt?

Auf jeden Fall. Zum einen gibt es da den starken Konkurrenzdruck. Früher war es etwas Besonderes, sowohl Foto als auch Video anzubieten. Heute ist der Einstieg technisch sehr niedrigschwellig: gute Kameras und sogar Smartphones liefern professionelle Qualität. Das bedeutet, man muss herausstechen, um als Fotograf:in gebucht zu werden. Zum anderen ist da die wirtschaftliche Unsicherheit. Aufträge schwanken, Unternehmen investieren je nach Marktlage weniger. Und als Selbstständiger muss man sich selbst um Altersvorsorge kümmern. Das ist definitiv ein Thema.

Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz in deinem Berufsalltag?

Eigentlich keine große. Ich denke da ist mehr der planbare Filmbereich betroffen. Bei Eventbegleitungen oder Reportagen sehe ich das nicht. Alles, was spontan ist, kann man nicht planen. Da braucht man weiterhin Fotografen vor Ort. Generell denke ich, dass der Beruf als Foto- und Videograf:in durch KI sich sicherlich verändern wird, aber verschwinden wird er nicht.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag als Fotograf bei Ihnen aus?

Das hängt stark von den Projekten ab. Meist beginne ich gegen neun Uhr, checke E-Mails und organisiere meine Termine. Wenn Drehs anstehen, packe ich mein Equipment und fahre los. Danach folgen Schnitt und Nachbearbeitung. Da ich viel Social-Media-Content produziere, sind die Projekte oft kompakter als klassische Filmproduktionen. Nach 15 Jahren Selbstständigkeit kommen viele Aufträge über Empfehlungen. Das erleichtert die Planung.

Welche Voraussetzungen sollten Berufseinsteiger mitbringen?

Wer sich dafür entscheidet, muss es wirklich wollen. Und über die Risiken Bescheid wissen . Wichtig ist Durchhaltevermögen. Man wird nur besser, wenn man viel übt. Außerdem sollte man sich früh spezialisieren. Statt alles anzubieten, ist es sinnvoll, eine klare Nische zu besetzen – etwa Immobilienvideos, Recruiting-Clips oder Social-Media-Content. Zudem darf man die sozialen Kompetenzen nicht unterschätzen: Man verkauft nicht nur ein Produkt, sondern immer auch sich selbst. Netzwerken, kommunizieren, Beziehungen aufbauen. Das gehört immer dazu.

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