Search
Haupt-Navigation
(C) VMM

02.01.2024

#MomToo: Die Herausforderung von Müttern in der Arbeitswelt

Die Arbeitswelt unterliegt einem stetigen Wandel, und im Mittelpunkt dieser Veränderungen steht zunehmend die Gleichstellung der Geschlechter. Ein neuer Trend, der in den letzten Jahren in der Arbeitswelt an Bedeutung gewonnen hat, ist #MomToo.

Kaitlyn WonJung Chang, Brand Innovation Lead bei Accenture Interactive in Wien, hauchte der Bewegung Leben ein. Auf dem „Forward Festival“ trat sie als Keynote-Speakerin auf, während ihre sechs Monate alte Tochter an ihrer Brust schlief. Ihre Message war, die Herausforderungen und Diskriminierungen von berufstätigen Müttern am Arbeitsplatz in den Fokus zu rücken. Ihr Auftritt fand besonders bei Müttern großen Anklang. Es sollte schließlich nicht nötig sein, die Mutterrolle am Arbeitsplatz zu verheimlichen, aus Angst unprofessionell zu wirken. Ganz nach dem Motto: „I’m a professional, but I’m a #MomToo.“

Das „Schwanensee-Syndrom“

Die Bewegung #MomToo kritisiert insbesondere, dass obwohl Frauen mit Kindern in der Arbeitswelt Karriere machen, sie dies oft nicht stolz präsentieren. Es herrscht die Erwartung: Eine Frau soll so arbeiten, als hätte sie keine Kinder, und zeitgleich ihre Kinder so großziehen, als würde sie nicht arbeiten. Schließlich gelinge es den Vätern ja auch. Allerdings müssen Mütter im Gegensatz zu ihren Partnern häufiger die Haushalts- und Care-Arbeiten übernehmen.

Kaitlyn WonJung Chang spricht hier vom „Schwanensee-Syndrom“. Viele Frauen gleiten wie Schwäne elegant übers Wasser, paddeln aber unter der Wasseroberfläche wie verrückt. Dies resultiert nicht nur in höheren Burnout-Risiken, sondern auch in niedrigeren Frauenanteilen in Führungspositionen. Und das soll anders sein.

#MomToo fordert, Grenzen in der Arbeitswelt aufzubrechen

Kaitlyn WonJung Chang fordert, dass flexible Grenzen zwischen Arbeit und Familie normalisiert werden sollen. Das beste Beispiel sei die Pandemie gewesen. Alle hatten Verständnis, wenn die Kinder im Hintergrund des Videoanrufs durch den Raum sausten oder Elternteile ihr Mikrofon kurz stummstellen mussten, um das weinende Baby zu beruhigen. Andere wiederum arbeiteten am Nachmittag ein paar Stunden weniger, um sich um den Nachwuchs zu kümmern, holten diese aber am Abend nach, wenn alle Kinder im Bett waren.

Das Verständnis war da und das sollte keine Ausnahme bleiben, behauptet Chang. Genau da sieht die #MomToo-Bewegung Veränderungen in der Arbeitswelt notwendig. Wären die Arbeitszeiten in dieser Hinsicht flexibler und müssten Eltern um keine Nachteile in der Arbeitswelt bangen, wenn sie diese in Anspruch nehmen, würden viele Mütter (und Väter) diese auch nutzen.

Ideallösung nicht für alle möglich

Doch flexiblere Arbeitszeiten sind nach wie vor ein Privileg einer Minderheit der Beschäftigten. Beschäftige im Handel oder Dienstleistungen haben oft nicht den Luxus, von daheim aus arbeiten oder gar ihr Kind mit auf die Arbeit nehmen zu können. Kaitlyn WonJung Chang stellt hier den Ansatz bereit, mehr Betriebskindergärten zu errichten. Wie diese Probleme genau gelöst werden können, steht für den öffentlichen Diskurs offen. Für Chang ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf entscheidend. #MomToo vermittelt, dass Frauen wegen ihrer Mutterrolle keine Nachteile in der Arbeitswelt erfahren sollen oder ihre Professionalität deshalb nicht in Frage gestellt wird.

Passende Blog-Artikel

Das Bild zeigt eine Frau in einem Büro, die sich genervt die Ohren zuhält. Im Hintergrund sind verschwommen Menschen und Geräte zu sehen, die für den Lärm verantwortlich sind.

Lärm im Büro reduzieren: So gelingt es

Geräusche gehören meist zum Arbeitsalltag dazu. Trotzdem ist es wichtig, dass es im Büro nicht zu laut wird. Wie können Arbeitgebende den Lärmpegel möglichst gering halten?
News/Aktuelles
Eine Frau sitzt im Büro am Schreibtisch. Sie hat einen ratlosen Gesichtsausdruck und hält zwei Karten mit den Aufschriften "Yes" und "No" in der Hand. Dies steht symbolisch für die Überlegung, ob es sinnvoll ist, ohne neuen Job zu kündigen.

Ohne neuen Job kündigen: Risiko oder Chance?

Den aktuellen Job kündigen, obwohl noch keine neue Stelle in Aussicht ist? Für viele Beschäftigte klingt das zunächst ziemlich riskant. Aber ist das tatsächlich so oder kann dieser Schritt auch geheime Chancen bergen?
News/Aktuelles
Das Bild zeigt eine Gruppe von Kolleg:innen in einem modernen Büro. Die Atmosphäre wirkt locker und herzlich. Die beiden Menschen im Vordergrund geben sich einen herzlichen Handschlag und stehen symbolisch für ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Arbeitgebenden und Mitarbeitenden.

Vertrauen zum Team aufbauen: Das können Führungskräfte tun

Haben Mitarbeitende ein vertrauensbasiertes Verhältnis zu ihren Chef:innen, leistet das gesamte Team bessere Arbeit. Wie können Führungskräfte dies stärken?
News/Aktuelles