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04.10.2022

Quiet Firing: Gründe für die heimliche Kündigung

#quietquitting: Über diesen Hashtag wurde in den sozialen Medien zuletzt viel diskutiert. Das Phänomen des „stillen Kündigens“ ist in Deutschland auch unter dem „Dienst nach Vorschrift“ bekannt. Das bedeutet, nur genau so viel Arbeit wie notwendig zu leisten, ohne dabei vertragliche Pflichten zu verletzen. Doch neben Quiet Quitting, wird auch das sogenannte Quiet Firing in der Arbeitswelt diskutiert.

Quiet Firing: Was steckt hinter dem Kündigungs-Trend?

Das „leise Feuern“ ist eine Kündigungs-Methode, mit der Arbeitgebende erreichen wollen, dass Arbeitnehmer:innen das Unternehmen freiwillig verlassen. Anstatt das Kündigungsgespräch mit den betroffenen Mitarbeiter:innen zu suchen, behandeln Führungskräfte die Arbeitnehmenden gezielt schlecht, bis sie sich nicht mehr wohl im Unternehmen fühlen und selbstständig die Kündigung einreichen. Die Kündigungsstrategie soll jedoch möglichst unauffällig bleiben, damit Arbeitnehmende aus Frust irgendwann selbst auf Jobsuche gehen.

Welche Gründe gibt es für die stille Kündigung?

Wieso Vorgesetzte quiet firing nutzen, anstatt das Kündigungs-Gespräch aufzusuchen, kann unterschiedliche Gründe haben. Unterliegt der Arbeitsvertrag dem Kündigungsschutz, können Führungskräfte eine Kündigung oftmals nicht aussprechen. Ein Grund für das stille Feuern könnte deshalb sein, dass Vorgesetzte auf diese Weise versuchen, Arbeitnehmer:innen loszuwerden. Quiet Firing nutzen Arbeitgebende außerdem, um einer Abfindungszahlung aus dem Weg zu gehen. Dahinter steckt meist die Absicht, Geld im Unternehmen zu sparen.

Ein weiteres Motiv für das heimliche Feuern ist das quiet quitting des Vorgesetzten selbst. Möglicherweise gehen Arbeitgebende ihren Aufgaben als Führungsperson nicht mehr genug nach. Arbeitnehmende fühlen sich deshalb nicht wertgeschätzt oder bekommen keine Entwicklungschancen im Unternehmen. Hinter der Kündigungsstrategie der Arbeitgebenden kann jedoch auch die Angst vor Konfrontation und einem Konflikt stecken. Vorgesetzte möchten in diesem Fall nicht die Verantwortung für die Kündigung übernehmen und versuchen deshalb, die Arbeitnehmenden passiv aus dem Unternehmen zu drängen.

Wie können Arbeitnehmende die Gründe für die stille Kündigung erkennen?

Wer das Gefühl hat, von quiet firing betroffen zu sein, sollte folgende Warnsignale im Arbeitsalltag beachten:

  • Arbeitnehmende dürfen keine neuen Aufgaben in Projekten übernehmen, bei denen sie jedoch bisher beteiligt waren
  • Anstatt wichtigen Arbeiten nachzugehen, beschäftigen Führungskräfte die Mitarbeitenden mit "busy work". Damit sind Aufgaben gemeint, die nicht dringend notwendig sind aber beschäftigt halten.
  • Arbeitnehmenden wird eine Gehaltserhöhung ( teils seit vielen Jahren) verwehrt
  • Die Wertschätzung für die geleistete Arbeit fehlt und es werden keine Möglichkeiten angeboten, um sich weiterzuentwickeln
  • Mitarbeiter:innen erhalten von ihren Vorgesetzten andauernd negatives Feedback und keine konstruktive Kritik. Ihnen wird klar gemacht, dass ihre Fähigkeiten ausreichend für den Job sind und sie in Erwägung ziehen sollten, einen anderen Arbeitsplatz zu suchen
  • Wer von quiet firing betroffen ist, bekommt oftmals keine Einladung zu Team-Meetings. Diese Strategie soll Arbeitnehmenden das Gefühl vermitteln, nicht mehr zum Team dazuzugehören.

Was tun bei quiet firing?

Hinter der heimlichen Kündigung des Vorgesetzten können viele Gründe stecken. Wer das Gefühl hat, von quiet firing betroffen zu sein, sollte zunächst das Gespräch mit Kolleg:innen aufsuchen. Haben diese das seltsame Verhalten der Führungskraft auch bemerkt, könnte es sich um eine allgemeine toxische Arbeitskultur im Unternehmen handeln. Wenn das quiet firing tatsächlich nur einen Arbeitnehmenden betrifft, sollten betroffene Mitarbeiter:innen die Führungskraft um ein Gespräch bitten. Arbeitnehmende sollten hier direkt auf Vorgesetzte zugehen und die Probleme ansprechen. Auch wenn sich die Befürchtungen des quiet firing bewahrheiten bringt dies zumindest Klarheit für Arbeitnehmende.

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