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Illustration mit einer Treppe, auf der mehrere Menschen stehen. In der Mitte ist eine Lücke, die Skill Gaps im Job darstellt.(C) Saklarboy, stock.adobe.com

14.04.2026 ● Fiona Wiedemann

Skill Gaps: Kompetenzlücken erkennen und schließen

Tagtäglich revolutionieren neue Technologien die Arbeitswelt und verändern die Anforderungen an Mitarbeitende – oft so sehr, dass viele mit dieser Schnelllebigkeit nicht mithalten können. Dadurch entstehen sogenannte “Skill Gaps” (“Kompetenzlücken” auf Deutsch), die Betriebe mitunter vor große Herausforderungen stellen. Welche Fähigkeiten sind aktuell besonders gefragt? Wie lassen sich diese Lücken im eigenen Unternehmen erkennen und wie können sie langfristig geschlossen werden?

Was sind Skill Gaps und warum entstehen sie?

Der Begriff “Skill Gap” beschreibt folgendes Phänomen: Zwischen den vorhandenen Fähigkeiten der Mitarbeitenden und den notwendigen Kompetenzen im Arbeitsalltag besteht eine Diskrepanz. Zu diesen Kompetenzlücken kommt es aus verschiedenen Gründen. Wohl am ausschlaggebendsten ist hier der rasante technologische Fortschritt. Um den modernen Entwicklungen gerecht zu werden, müssen sich Betriebe anpassen. Dabei sind gewisse Skills gefragt, die die meisten Beschäftigten nicht automatisch mitbringen und erst einmal lernen müssen.

Umwandlungen von gewohnten Arbeitsmodellen, wie etwa von Präsenzarbeit zu Homeoffice oder umgekehrt, spielen hier ebenfalls eine Rolle. Auch Veränderungen in der Belegschaft gehen häufig mit Skill Gaps einher. Gehen etwa erfahrene Mitarbeitende in den Ruhestand oder wechseln das Tätigkeitsfeld, muss jemand Neues ihre Aufgaben übernehmen. Diese Personen haben zu Beginn oft noch nicht dasselbe Know-how wie ihre Vorgänger:innen und müssen sich dieses erst erarbeiten.

Warum sind Skill Gaps so gravierend?

Werden die entstandenen Kompetenzlücken nicht geschlossen, kann sich das stark auf den Unternehmenserfolg auswirken. Insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit ist betroffen, da so ein Vorteil für konkurrierende Betriebe entstehen kann. Auch die Effizienz und Produktivität können auf Dauer stark beeinträchtigt werden, ebenso die Reaktionsfähigkeit auf Marktveränderungen und neue Ansprüche von Kund:innen. Deshalb ist es unabdingbar, dass Unternehmen Skill Gaps rechtzeitig entgegenwirken.

Welche Fähigkeiten fehlen besonders häufig?

Laut einem Report der Haufe Akademie haben im vergangenen Jahr 79 Prozent der Betriebe fehlende Kompetenzen angegeben. Aber wo sind diese Lücken besonders groß? Betrachtet man die Angaben der Betriebe genauer, so wird deutlich: Die Skill Gaps verteilen sich vor allem auf drei entscheidende Bereiche – technologisches Know-how (vor allem in Sachen KI), analytisches Denken sowie soziale Kompetenzen und Leadership-Soft-Skills. Gerade die Anforderungen im digitalen und analytischen Bereich sind keine Überraschung, da der technologische Wandel oft schneller ist als die Weiterbildungsmöglichkeiten für Fachkräfte. Viele können KI-Prozesse in der Theorie zwar nachvollziehen, aber haben Schwierigkeiten beim praktischen Einsetzen dieser Tools oder beim Durchführen komplexer Datenanalysen.

Was den ein oder anderen vielleicht verwundern könnte: Trotz des Fokus auf digitale Aspekte wünschen sich Betriebe außerdem bessere Soft Skills und soziale Fähigkeiten - vor allem in Führungspositionen. Denn um ein Unternehmen auch in Zukunft sicher zu leiten, ist eine Kombination aus beidem gefragt. Moderne Führungskräfte müssen in der Lage sein, ihre Teams sowohl vor Ort als auch remote zu leiten und ihren Betrieb durch konstante Veränderungsprozesse zu navigieren. Dazu gehören nicht nur technisches Können, sondern auch Resilienz, Flexibilität, Empathie und emotionale Intelligenz.

Lücken erkennen und schließen: So gelingt es

Um Kompetenzlücken im Team rechtzeitig u verringern, muss die richtige Strategie her. Diese Punkte können dabei helfen, den ersten wichtigen Ansatz zu finden:

  • Genaues Beobachten der Arbeitsweisen im Betrieb und Einsehen der erbrachten Leistungen
  • Feedbackgespräche und Performance Reviews für Mitarbeitende
  • Befragungen zur Selbsteinschätzung der eigenen Fähigkeiten - sowohl für Arbeitgebende als auch für Arbeitnehmende
  • Genaue Analyse von größeren Projekten oder Aufgaben, an denen verschiedene Konstellationen im Team beteiligt sind
  • Konkrete Frameworks und Vorgaben: Was genau ist in welcher Position gefragt?

Damit die Lücken auch langfristig geschlossen bleiben, ist vor allem eines wichtig: Für die Mitarbeitenden den richtigen Rahmen zum Erlernen neuer Fähigkeiten zu schaffen. Dabei sind vor allem Zeit, Kommunikation und Geduld gefragt, sodass sich niemand unter Druck gesetzt fühlt und genügend Raum zur Weiterbildung findet. Um die richtige Atmosphäre hierfür zu erzeugen, können folgende Maßnahmen Abhilfe schaffen:

  • Gezielte Weiterbildungsprogramme und regelmäßige Fortbildungsmöglichkeiten anbieten.
  • Selbstgesteuertes und flexibles Lernen fördern, z.B. durch digitale Plattformen oder Workshops.
  • Mentoring und Peer-Learning einführen: Viele Mitarbeitende fühlen sich sicherer, wenn erfahrenere Kolleg:innen sie beim Lernprozess unterstützen.

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