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Foto: Ilona, stock.adobe.com

27.02.2024

Todesfall im Unternehmen – Was tun?

Es ist eine Ausnahmesituation, auf die die meisten Unternehmen nicht vorbereitet sind: Innerhalb der Belegschaft kommt es zum Todesfall. Ein solches Unglück löst nicht nur Trauer aus, sondern sorgt bei den Kolleg:innen oft für Unsicherheit. Tritt dieser Ernstfall ein, ist es die Aufgabe der Betriebsleitung, ihre Mitarbeiter:innen zu informieren und die richtigen Worte zu finden. Die große Herausforderung: emotionale Unterstützung leisten und gleichzeitig den Arbeitsalltag weiterhin meistern. Wie verhalten sich Führungskräfte also am besten?

Todesfall - Wie geht es jetzt weiter?

Leider gibt es keine allgemeingültigen Vorschriften oder Richtlinien, wie Vorgesetzte mit dieser schwierigen Lage am besten umgehen. Je nach Art des Betriebs und Hintergründen des Todesfalls sind unterschiedliche Verhaltensweisen angebracht. Ist der Tod die Folge einer langen, chronischen Krankheit, können sich die Mitarbeiter:innen möglicherweise eher auf den Verlust einstellen und bereits ihren eigenen Umgang damit finden. Auch wenn der/die verstorbene Kolleg:in bereits in Pension gegangen ist, ist die emotionale Bindung möglicherweise nicht mehr ganz so stark. Außerdem bestehen in diesem Fall keine direkten Veränderungen im Arbeitsablauf.

Tritt der Todesfall jedoch plötzlich und unerwartet ein, kann das den Betriebsalltag hingegen stark aus der Bahn werfen. Hier sind die restlichen Mitarbeiter:innen oft besonders schockiert und verunsichert. In all diesen Fällen gilt jedoch: Die Betriebsleitung muss zeigen, dass sie die Gefühle und Sorgen ihrer Belegschaft ernstnimmt.

Die richtige Kommunikation – persönlich und authentisch

Tragische Neuigkeiten zu verkünden, fällt niemandem leicht – das ist auch bei einem Todesfall im Unternehmen nicht anders. Umso mehr kommt es auf eine rechtzeitige und sensible Kommunikation an. Zunächst muss sich die Betriebsleitung die Frage stellen, wer benachrichtigt werden muss. Als Erstes sollte die Information diejenigen erreichen, die besonders eng mit dem/der verstorbenen Kolleg:in zusammengearbeitet haben. Dies sollte am besten persönlich erfolgen, da ein Gespräch vor Ort meist deutlich authentischer wirkt als eine schriftliche Benachrichtigung. Außerdem haben die Mitarbeiter:innen so die Möglichkeiten, ihren Gefühlen direkt Raum zu geben, Fragen zu stellen oder mögliche Bedürfnisse zu äußern.

Hierzu eignet sich ein gemeinsames Meeting besonders gut. Dies signalisiert der Belegschaft, dass sie nicht in ihrer Trauer allein ist. Bei größeren Betrieben ist möglicherweise eine Ansprache der Firmenleitung die richtige Lösung - eventuell auch auf mehrere Termine verteilt, damit möglichst alle Mitarbeiter:innen teilnehmen können. In einzelnen Fällen sind anschließende Einzelgespräche empfehlenswert – etwa, wenn bestimmte Mitarbeiter:innen der verstorbenen Person besonders nahestanden oder sie jetzt mit neuen Aufgaben rechnen müssen.

Den Todesfall schriftlich verkünden?

Vor allem bei größeren Unternehmen ist es nicht immer so leicht, alle Mitarbeiter:innen zeitnah persönlich anzutreffen. Ist ein Direktgespräch gar nicht oder nur mit einem Teil der Belegschaft möglich, müssen Arbeitgeber:innen den Todesfall auf schriftlichem Wege mitteilen. Viele Betriebe schätzen es, wenn solch schwerwiegende Nachrichten nicht nur durch eine E-Mail verkündet werden. Etwas förmlichere Möglichkeiten wären beispielsweise ein Aushang im Betriebsgebäude oder ein Nachruf im Firmenmagazin. Wichtiger als das Medium ist hier jedoch der Tonfall. Denn auf schriftlichem Wege ist es deutlich schwerer, authentische Anteilnahme auszudrücken. Der Nachruf sollte nicht zu hölzern oder förmlich wirken, darf aber auch nicht übertrieben emotional sein.

Was ändert sich jetzt im Unternehmen?

Neben Trauer und Verlust ist ein Todesfall im Unternehmen zwangsläufig auch mit einigen Veränderungen verbunden. Wer übernimmt jetzt die Aufgaben des Verstorbenen? Kommt jetzt mehr Arbeit auf einzelne Mitarbeiter:innen zu? Wo findet sich Ersatz? Diese und weitere Fragen gilt es, innerhalb der nächsten Wochen zu klären. Bei kurzfristig zu erledigenden Aufgaben können möglicherweise Kolleg:innen spontan einspringen, für umfangreichere Zuständigkeiten muss eventuell ein dauerhafter Ersatz gefunden werden. Bis dahin steht das Team potenziell vor deutlich mehr Belastung, als es gewohnt ist. Auch hier sind vonseiten der Betriebsleitung Verständnis und Unterstützung gefragt, falls alles erst einmal nicht so rund läuft. Nur so kann im Unternehmen langsam wieder Normalität einkehren.

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