
22.04.2026 ● Andreas Schäfer
Über die Zukunft des Arbeitsmarktes
Wohin bewegt sich der Arbeitsmarkt im Wirtschaftsraum Augsburg langfristig? Welche demografischen Entwicklungen beeinflussen ihn künftig? Welche Rolle wird KI spielen und wie meistern wir Transformationen? Auf welche Maßnahmen können Unternehmen zurückgreifen, um die Fachkräfte der Zukunft zu gewinnen und zu halten? Diese und anderen Fragen ging die Veranstaltung „Arbeitsmarkt – quo vadis?“ nach. Als Expertinnen und Experten waren Vertreter aus Forschung, Praxis und Arbeitsmarktinstitution eingeladen, die Erkenntnisse aus ihren jeweiligen Bereichen vorstellten. Gastgeber der Veranstaltung waren die Region Augsburg Wirtschaft GmbH und die Augsburger Allgemeine.
Matthias Schmid, Gesamtleiter Werbevermarktung und Mitglied der Geschäftsleitung der Augsburger Allgemeinen, betonte bei seiner Begrüßung der rund 100 Gäste im Foyer des Medienzentrums Augsburg die Bedeutung der Veranstaltung im Rahmen der FUTURE WEEK AUGSBURG 2026. Andreas Thiel, Geschäftsführer Regio Augsburg Wirtschaft GmbH, berichtete von aktuellen Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt, der lange von der Suche nach Fachkräften geprägt war.
Langfristige Entwicklungen
In seiner Keynote gab Dr. Gerd Zika vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) einen Überblick über die wissenschaftliche Sicht auf den zukünftigen Arbeitsmarkt und ordnete zentrale zukünftige Entwicklungen am Arbeitsmarkt ein – von der Demografie über Migration bis hin zum voraussichtlichen Einfluss von KI. So versucht das Projekt QuBe mittel- und langfristige Veränderungen des Arbeitsmarkts und des Bildungswesens anhand von Trends wie Bevölkerungsentwicklung oder Wirtschaftswachstum sowie Verhaltensweisen zu prognostizieren. Sein Fazit: Das Arbeitskräfteangebot wird deutlich sinken, die Zahl der Fokusberufe mit Engpässen wird stark zunehmen, Weiterbildung und Qualifizierung werden eine wichtige Rolle spielen und: „KI kann eine Brückenfunktion einnehmen zwischen Wohlstandserhaltung und Wirtschaftswachstum auf der einen Seite und dem Sinken des Arbeitskräfteangebots auf der anderen Seite“, so Dr. Zika.
Einen Einblick in die Praxis gewährte Ingo Hild, Werksleiter bei ams Osram in Schwabmünchen, dem weltweit führenden Anbieter innovativer Licht- und Sensorlösungen, bei seinem Impulsvortrag. Er beschrieb, mit welchen Mitteln man Transformationsprozesse steuern kann, wie die Mitarbeitenden darin eingebunden werden können und wie ein gutes Generationenmanagement aussehen kann. Bei ams Osram spielen sogenannte „Future Skills“ eine zentrale Rolle. Dazu gehören eine positive Fehlerkultur und der Wille, als Team Veränderungen zu gestalten. „Anhand von Flexibilisierung, Qualifizierung sowie Motivation entwickeln wir Bediener zu Fachkräften“, erklärte Hild.

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Interessante Einblicke bei der Talkrunde
Für die anschließende Paneldiskussion kamen außerdem Dr. Anna Krombacher (Frauenhofer FIT), Beatriz Gastaldini (Agentur für Arbeit Augsburg) sowie Julia Kemmer und Lisa Scherer (GIWA GmbH) auf die Bühne. Auch in der Expert:innen-Runde war KI ein zentrales Thema. So betonte Dr. Krombacher, wie wichtig die Bereitschaft für lebenslanges Lernen und den Umgang mit neuen Techniken sei, auch um den Output Künstlicher Intelligenz einordnen und kontrollieren zu können. Von einem zukunftsweisenden Modell berichteten Julia Kemmer und Lisa Scherer: Die beiden Mütter teilen sich die Personalleitung bei dem mittelständischen Unternehmen aus Westendorf. Mit dem Modell der Female Co-Leadership haben sie gute Erfahrungen gemacht. „Das funktioniert, weil wir uns in unseren Kernkompetenzen ergänzen und auf derselben Hierarchieebene befinden. Und: Wir treten im Job als eine Person auf, sonst würden sich wichtige Entscheidungen nur in die Länge ziehen.“








