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Zwei Menschen sitzen sich gegenüber und unterhalten sich. Das Gehirn in der Mitte zeigt symbolisch, dass sie über Mental Health sprechen.(C) Zia, stock.adobe.com

12.05.2026 Fiona Wiedemann

Mental Health Awareness: Tipps für Führungskräfte

Diese Woche ist Mental Health Awareness Week in England und Europa. Gerade in der Arbeitswelt ist dieses Thema relevanter denn je – das zeigt auch der Gesundheitsreport der DAK im vergangenen Jahr. Diesen Zahlen zufolge ist ein großer Teil der Arbeitsunfähigkeiten auf psychische Erkrankungen zurückzuführen.18 Prozent der Arbeitnehmenden zwischen 18 und 24 Jahren geben an, unter einer chronischen psychischen Krankheit zu leiden. Bei der Altersgruppe zwischen 25 und 29 Jahren handelt es sich um 17 Prozent. Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen sich und ihre Mitarbeitenden entsprechend sensibilisieren und am Arbeitsplatz den bewussten Umgang mit mentaler Gesundheit fördern. Wie gelingt das am besten?

Warum ist Mental Health Awareness so wichtig?

Laut DAK geben acht Prozent der Arbeitnehmenden zwischen 18 und 24 Jahren an, unter einer chronischen psychischen Krankheit zu leiden. Bei der Altersgruppe zwischen 25 und 29 Jahren handelt es sich um 17 Prozent. Kommt es deshalb zu Arbeitsausfällen, dauern diese oft länger als körperliche Erkrankungen wie etwa eine Erkältung, die meist nach wenigen Tagen auskuriert ist. Trotz zunehmender Awareness sind solche Beschwerden in unserer Gesellschaft immer noch stigmatisiert, weshalb viele Mitarbeitende sich möglicherweise nicht trauen, offen damit umzugehen. Sie befürchten, von ihrem Umfeld nicht ernst genommen oder verurteilt zu werden. Umso notwendiger ist es vonseiten der Führungskräfte, ein akzeptierendes und bewusstes Arbeitsumfeld zu schaffen. Und das zahlt sich aus: Psychisch gesunde Teams sind resilienter, empathischer und effizienter. Wenn sich Mitarbeitende am Arbeitsplatz wohl und gesehen fühlen, bleiben sie ihrem Betrieb außerdem eher treu.

Was können Führungskräfte tun?

Um im Unternehmen Mental Health Awareness zu schaffen und psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeiten eventuell sogar vorzubeugen, ist die richtige Einstellung gefragt. Aber wie trägt man dieses Bewusstsein nach außen in den Betrieb? Dieses Vorhaben erweist sich oft als gar nicht so leicht. Denn das jahrelange Tabuisieren und Ignorieren von psychischen Belastungen in unserer Gesellschaft ist in vielen Arbeitsplätze sind nach wie vor stark verankert. Somit findet sich für neue Ansätze in Sachen mentaler Gesundheit auf den ersten Blick nicht viel Raum. Die folgenden Punkte können Führungskräften dabei helfen, trotzdem den ersten Schritt in die richtige Richtung zu gehen:

  • Offene Kommunikation: Der zwischenmenschliche Umgang im Team ist das A und O bei der Förderung eines positiven und achtsamen Betriebsklimas. Für Führungskräfte bedeutet das vor allem: regelmäßiges Feedback, ehrliche Gespräche und deutliche Wertschätzung der Mitarbeitenden. Wer sich gesehen und ernst genommen fühlt, spricht Probleme meist auch früher an. Dabei geht es auch um kleine Gesten im Arbeitsalltag. Einfache Fragen wie „Wie geht es Ihnen aktuell mit Ihrem Workload?“ oder „Brauchen Sie irgendwo Unterstützung?“ können bereits viel bewirken.
  • Arbeitsbelastung realistisch gestalten: Nimmt der Stress auf der Arbeit kein Ende, ist es auch kein Wunder, wenn die Psyche irgendwann darunter leidet. Umso wichtiger ist es, dass Chef:innen sich darüber im Klaren sind, wie viel ihre Mitarbeitenden leisten können, und die Anforderungen dementsprechend anpassen. In vielen Betrieben entsteht Druck nicht nur durch zu viele Aufgaben, sondern auch durch unrealistische Deadlines oder fehlende Prioritäten. Führungskräfte sollten deshalb regelmäßig prüfen, ob Arbeitsaufwand und verfügbare Zeit überhaupt zusammenpassen. Hilfreich kann es sein, Aufgaben gemeinsam zu priorisieren und klar festzulegen, was wirklich dringend ist. Statt mehrere Projekte gleichzeitig mit derselben Priorität zu versehen, kann eine Führungskraft beispielsweise bewusst Schwerpunkte setzen und dadurch unnötigen Stress reduzieren.
  • Flexible Arbeitsmodelle: Regelungen wie Homeoffice oder Hybrid Work können positiv zur mentalen Gesundheit beitragen, da sie den Arbeitsalltag oft besser mit dem Privatleben vereinbar machen. Gleichzeitig bringen flexible Modelle aber auch neue Herausforderungen mit sich, denn ohne klare Grenzen verschwimmen Arbeit und Freizeit schnell miteinander. Deshalb ist ein verantwortungsvoller Umgang besonders wichtig. Führungskräfte sollten klare Erwartungen kommunizieren, etwa zu Erreichbarkeiten oder Arbeitszeiten. So kann beispielsweise festgelegt werden, dass E-Mails nach Feierabend nicht beantwortet werden müssen oder Meetings möglichst innerhalb bestimmter Kernzeiten stattfinden. Auch regelmäßige Check-ins im Team helfen dabei, dass sich Mitarbeitende im Homeoffice nicht isoliert fühlen.
  • Zugang zu psychologischer Unterstützung: Auch heute wissen viele Menschen nicht, an wen sie sich in einer psychischen Krise wenden können, oder sie trauen sich nicht, Hilfe anzunehmen. Umso wichtiger ist es, im Unternehmen konkrete Anlaufstellen sichtbar zu machen. Das kann in Form von internen Vertrauenspersonen oder externe psychologische Unterstützung passieren. Auch eine für alle zugängliche Informationsseite mit Kontakten und Hilfsangeboten kann solche Ansprechpartner:innen zugänglicher machen. Diese kann zum Beispiel im gemeinsamen Teams-Kanal verlinkt werden. Darüber hinaus können Workshops oder Schulungen helfen, das Thema stärker in den Arbeitsalltag zu integrieren – zum Beispiel mit den Schwerpunkten Stressmanagement, Resilienz oder dem Umgang mit Belastungssituationen. Für Führungskräfte selbst können konkrete Trainings zum Erkennen psychischer Warnsignale sinnvoll sein.
  • Das eigene Bewusstsein fördern: Damit unter der Belegschaft eine gesunde Einstellung zum Thema Mental Health einkehren kann, müssen auch Führungskräfte selbst ihre eigene Awareness im Blick haben. Das umfasst sowohl ein Verständnis für die eigene Psyche als auch allgemeine Grundkenntnisse zum Thema. Denn Mitarbeitende orientieren sich häufig am Verhalten ihrer Vorgesetzten. Führungskräfte sollten sich also regelmäßig fragen: Wie gehe ich selbst mit Stress um? Welche Erwartungen vermittle ich meinem Team? Lebe ich gesunde Grenzen tatsächlich vor oder vermittle ich unbewusst das Gegenteil? Auch das offene Thematisieren des eigenen Umgangs mit Stress und psychischen Belastungen kann im Team ein klares Signal senden: Über mentale Gesundheit darf gesprochen werden.

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