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Zwei Personen geben sich die Hand. Über ihnen befinden sich Sprechblasen: eine mit einem Daumen-hoch-Symbol und eine mit einem Daumen-runter-Symbol. Um sie herum sind Puzzleteile, ein Fragezeichen und ein Ausrufezeichen zu sehen, was auf eine Diskussion hinweist, die sowohl Zustimmung als auch Ablehnung beinhaltet.VMM Medienagentur

04.09.2024 Laura Kunzi

Konstruktive Kritik am Arbeitsplatz – So geht’s

Wir wissen es – niemand ist perfekt. Kritik hört man aber trotzdem nicht gerne. Dabei kann sie am Arbeitsplatz einen richtigen Mehrwert bieten und auf Verbesserungspotenzial hinweisen. Entscheidend dabei: konstruktiv kritisieren. Aber wie formulieren wir konstruktive Kritik am besten und wie ist damit umzugehen, wenn man selbst kritisiert wird?

Definition: Was ist konstruktive Kritik?

Kritik wird oft als etwas Negatives wahrgenommen. Wenn wir das Wort hören, denken wir häufig an Begriffe wie Fehler, Bemängelung oder Tadel – allesamt Ausdrücke, die eher negative Assoziationen wecken. Kritik bedeutet, dass eine Sache, ein Verhalten oder eine Leistung auf Basis von objektiven oder subjektiven Maßstäben beurteilt wird. Doch dies muss nicht immer schlecht sein. Im Gegenteil: Konstruktive Kritik ist mehr als nur das Aufzeigen von Fehlern oder Schwächen. Sie ist eine lösungsorientierte Form des Feedbacks, die darauf abzielt, positive und hilfreiche Informationen bereitzustellen, um individuelle Fähigkeiten als auch Teamprozesse weiterzuentwickeln.

Um Kritik konstruktiv zu gestalten, sollte sich der Kritisierende folgende Fragen stellen:

  • Um welche Situation geht es?
  • Wo sehe ich ein Problem?
  • Wen betrifft meine Kritik?
  • Was stört mich konkret?
  • Was wünsche ich mir?
  • Wie lässt sich dieser Wunsch umsetzen?
  • Kann ich mein Gegenüber bei der Umsetzung unterstützen?


Konstruktive Kritik: Der Rahmen macht’s

Vor einem konstruktiven Feedback-Gespräch sollte für die richtigen Rahmenbedingungen gesorgt werden. Denn diese können darüber entscheiden, wie das Gespräch verläuft und ob das Gesagte angenommen wird.

  • Haltung: Egal, ob Tonfall, Körpersprache oder Blicke – die Einstellung des Kritisierenden ist für jede Kritik entscheidend. Denn der Gegenüber merkt, mit welcher Absicht ein Gespräch geführt wird – und die sollte bei konstruktiver Kritik positiv und respektvoll sein.
  • Zeitpunkt: Kritik sollte nie direkt nach dem Ärgernis geäußert werden. Kurz danach, zwischen Tür und Angel, ist die Gefahr groß, dass das Gespräch emotional wird. Am besten einige Tage – aber nicht zu lange – mit der konstruktiven Kritik warten. So können sich beide Seiten innerlich und inhaltlich auf das Gespräch vorbereiten.
  • Ort: Ein konstruktives Feedback-Gespräch sollte an einem ruhigen Ort unter vier Augen stattfinden.


Konstruktive Kritik formulieren – 7 Tipps

Die Kunst der konstruktiven Kritik liegt darin, das richtige Gleichgewicht zwischen Lob und Verbesserungsvorschlägen zu finden. Hier sind einige Tipps, wie man sich hierbei am besten respektvoll äußert:

  1. Nicht pauschalisieren: Generalisierende Ausdrücke vermeiden. Dazu gehören zum Beispiel Worte, wie „Immer“ oder „Nie“.
  2. Kritik auf das Verhalten beschränken: Konstruktive Kritik sollte sich immer nur auf das Verhalten und nicht auf die Person selbst beziehen.
  3. Ich-Botschaften nutzen: Mit Ich-Botschaften, wie „Ich habe das Gefühl, dass…“, klingt Kritik automatisch weniger vorwurfsvoll.
  4. Keine Dritte zitieren: Aussagen wie „Ihre Kollegen sehen das genauso“ provozieren nur Widerspruch und lassen die gesamte Kritik unglaubwürdig erscheinen.
  5. Sachlich bleiben: Sachliche Kritik sorgt für eine positivere Atmosphäre und höhere Akzeptanz.
  6. Kritik dosieren: Konstruktive Kritik auf maximal 3 Kritikpunkte beschränken, um zu vermeiden, dass der Empfänger das Gefühl bekommt, es gäbe an allem etwas auszusetzen.
  7. Gesprächspartner einbeziehen: Besonders wichtig ist es auch nachzufragen und die Seite des Gegenübers anzuhören.

Konstruktive Kritik richtig annehmen

Und was, wenn man selbst kritisiert wird? Feedback annehmen fällt oft schwer, dabei ist konstruktive Kritik nichts anderes als eine Lernmöglichkeit. Die folgenden Schritte können helfen, besser damit umzugehen:

  1. Zuhören: Den Kritisierenden ausreden lassen und versuchen, seine Punkte nachzuvollziehen. Zuhören, um zu verstehen, nicht um zu antworten.
  2. Hinterfragen: Trifft das Gesagte zu?
  3. Annehmen/Ablehnen: Berechtigte Kritikpunkte akzeptieren; ungerechtfertigte Kritik darf abgelehnt werden. Verhalten immer begründen und Verantwortung übernehmen.
  4. Lernen: Verbesserungsvorschläge für die Zukunft überlegen oder gegebenenfalls beim Kritisierenden erfragen.

Wichtig, um Kritik gut annehmen zu können: Nicht persönlich nehmen! Vor allem am Arbeitsplatz bezieht sich konstruktive Kritik immer auf die Arbeit und nicht auf die Person an sich.

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