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Die Illustration zeigt eine Frau mit Krücken neben einem Kalender. Die Kreuze im Kalender stehen für Krankheitstage.(C) Orapun, stock.adobe.com

14.04.2026 Fiona Wiedemann

Rekord-Krankenstand und mentale Gesundheit: Das sagt der aktuelle DAK-Gesundheitsreport

Die aktuellen Zahlen des DAK-Gesundheitsreports 2025 zeichnen ein klares Bild: Mit einem Krankenstand von 5,4 Prozent und durchschnittlich 19,5 Fehltagen pro Person bleibt das Niveau historisch hoch. Besonders auffällig ist dabei die Rolle psychischer Erkrankungen. Woher kommt dieser Zusammenhang und wie gehen Unternehmen künftig am besten damit um?

Rekord-Krankenstand: Woher kommen die hohen Zahlen?

Die Zahlen sind der Beweis: Hohe Krankenstände auf der Arbeit sind längst kein Ausnahmefall mehr. Laut DAK fehlten Arbeitnehmende im Jahr 2025 durchschnittlich fast drei Wochen im Job. Zu den häufigsten physischen Gründen für die Fehlzeiten zählen Atemwegsinfekte, Muskelbeschwerden oder die klassische Erkältung. Eine interessante Entwicklung zeigt sich bei der Dauer der Abwesenheiten: Vor allem Arbeitnehmende der Gen Z – also im Alter von 15 bis 30 Jahren – melden sich auch bei nur leichten Symptomen schneller krank. Die DAK sieht diese aktuelle Entwicklung als Folge der Corona-Pandemie. Sie hat jüngere Beschäftigte bereits bei ihrem Eintritt in die Arbeitswelt so stark auf Krankheiten und potenzielle Ansteckungsgefahr sensibilisiert, dass sie auch jetzt noch lieber auf Nummer sicher gehen. Da sie dazu tendieren, sich mehrmals auf kürzere Zeiträume von der Arbeit befreien zu lassen, sind ihre Fehlzeiten aber insgesamt nicht länger als die von älteren Generationen.

Schlüsselfaktor mentale Gesundheit

Eine der wichtigsten Ursachen für die Rekord-Krankenstände ist nicht körperlicher, sondern psychischer Natur: Immer mehr Menschen sind aufgrund mentaler Erkrankungen arbeitsunfähig. Laut aktueller DAK-Daten geben 18 Prozent der Beschäftigten zwischen 18 und 24 Jahren an, unter einer chronischen psychischen Erkrankung zu leiden. Bei der Altersgruppe zwischen 25 und 29 Jahren sind es 17 Prozent. Besonders ausschlaggebend auf die Arbeitswelt ist hier die Dauer der Fehlzeiten: Während Erkältungen und Ähnliches in der Regel nach ein paar Tagen auskuriert sind, ist bei psychischer Arbeitsunfähigkeit meist mit längerer Abwesenheit zu rechnen.

Woher kommt dieser Wandel?

Die Gründe für den Anstieg psychischer Erkrankungen sind vielfältig. Expert:innen sehen eine Kombination aus steigender Arbeitsverdichtung, Fachkräftemangel, wachsender Unsicherheit und den Nachwirkungen der Pandemie als mögliche Ursache. Hinzukommen neue Anforderungen durch Digitalisierung und permanente Erreichbarkeit. Gleichzeitig hat sich die gesellschaftliche Wahrnehmung bezüglich mentaler Gesundheit verändert: Psychische Erkrankungen werden heute häufiger diagnostiziert und offener thematisiert. Das ist grundsätzlich positiv, führt aber auch dazu, dass mehr Fälle statistisch erfasst werden.

Dabei sind verschiedene Branchen und Personengruppen unterschiedlich stark betroffen. Ein besonders hoher Krankenstand aufgrund psychischer Erkrankungen zeigt sich in sozialen und pflegerischen Berufen, wie etwa in der Kinderbetreuung oder Altenpflege. Diese Entwicklung verweist auf strukturelle Probleme wie Personalmangel, hohe emotionale Anforderungen und steigenden Zeitdruck. Auch demografische Unterschiede spielen eine Rolle: Frauen sind häufiger und länger von psychisch bedingten Fehlzeiten betroffen als Männer. Gleichzeitig zeigt sich, dass jüngere Beschäftigte zwar häufiger fehlen, ältere jedoch deutlich länger ausfallen.

Fazit zu Rekord-Krankenständen: Unternehmen müssen handeln

Die aktuellen Ergebnisse des DAK-Gesundheitsreports machen deutlich: Mentale Gesundheit ist längst ein zentraler Faktor für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Betriebe sind gefordert, präventive Maßnahmen stärker in den Fokus zu rücken, um den Krankenstand zu reduzieren. Dazu gehören etwa flexible Arbeitsmodelle oder das aktive Schaffen von mehr Mental-Health-Awareness am Arbeitsplatz. Denn klar ist: Der hohe Krankenstand wird sich nur dann nachhaltig senken lassen, wenn die Ursachen auch offen thematisiert werden. Dazu gehört insbesondere, psychische Belastungen im Job frühzeitig zu erkennen und eventuell gezielt vorzubeugen.

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