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Ein Schriftzug mit dem Wort "Minijob", umrahmt von blauem Papier. Links neben der Schrift ist eine Glühbirne zu sehen.(C) magele-picture, stock.adobe.com

10.08.2026 ● Fiona Wiedemann

Minijobs abschaffen? Was das für die Arbeitswelt bedeutet

Derzeit sorgt ein aktueller Vorschlag der Rentenkommission für heftige Diskussionen: Minijobs sollen abgeschafft werden. Somit müssten auch Beschäftigte, die bislang von Sozialabgaben befreit waren, die entsprechenden Beiträge zahlen. Wie könnte sich ein solcher Beschluss auf unsere Arbeitswelt auswirken?

Was sind Minijobs?

Bei Minijobs handelt es sich um Beschäftigungen, die in der Regel nur wenige Arbeitsstunden pro Woche umfassen und geringfügig entlohnt werden. Wie viele Stunden zugelassen sind, bevor die Grenze zu regulären Tätigkeiten überschritten wird, ergibt sich aus der Verdienstgrenze und dem geltenden Mindestlohn. Arbeitende in Minijobs dürfen aktuell maximal 603 Euro im Monat verdienen. Solange sie diese Gehaltsgrenze nicht überschreiten, müssen sie auch keine Sozialabgaben zahlen. Stattdessen zahlen die Arbeitgebenden eine Pauschale von etwas über 30 Prozent, darunter 15 Prozent Rentenversicherung und 13 Prozent Krankenversicherung.

Warum gibt es so viele Minijobber:innen?

Zahlen der Minijobzentrale ergeben: Aktuell sind in Deutschland rund 6,8 Millionen Menschen in einer solchen Beschäftigung tätig. Für viele Arbeitnehmende, insbesondere Studierende und Schüler:innen, lohnt es sich, einem Minijob nachzugehen. Denn durch die fehlenden Abgaben haben sie deutlich mehr Nettogehalt zur Verfügung als beispielsweise bei einer Teilzeitstelle mit gleichem Stundenlohn. Hinzu kommt die Flexibilität, die häufig mit Minijobs einhergeht, weshalb sie sich gut mit dem Studium, der Schule oder sogar einem zusätzlichen Job kombinieren lassen. Aber auch viele Arbeitgebende sehen in dieser Beschäftigungsform einige Vorteile – trotz der relativ hohen Abgaben. So können sie beispielsweise kurzfristige Ausfälle in der Belegschaft mit Minijobber:innen überbrücken. Das ist oft unkomplizierter, als direkt einen festen Ersatz zu finden, der ein ganzes Jahr angestellt bleibt.

Was plant die Rentenkommission?

Der Vorschlag, Minijobs abzuschaffen, ist einer von insgesamt 33 aktuellen Plänen der Rentenkommission. Ihr Ziel ist es, die Rente in Deutschland grundlegend zu reformieren. Sollte dieser Beschluss in die Tat umgesetzt werden, gilt steuer- und sozialversicherungsrechtlich kein Sonderrecht mehr für Tätige in Minijobs. Stattdessen müssen auch sie künftig einen Teil ihres Bruttogehalts in Kranken-, Renten-, und Pflegeversicherungen einzahlen. Somit haben die Betroffenen folglich im Monat weniger Nettogehalt zur Verfügung. Bei 603 Euro würden ungefähr 130 Euro für die Versicherungsbeiträge wegfallen. Einzig für Schüler:innen soll weiterhin eine Ausnahme gemacht werden.

Was nach der Abschaffung mit bestehenden Minijobs passieren soll, ist bislang noch unklar. Am wahrscheinlichsten ist eine Übergangsphase, in der die Minijobs auf reguläre Arbeitsstellen umgestellt werden können. So müssten noch laufende Verträge nicht so abrupt geändert werden. Ebenso ist noch nicht absehbar, wann der Beschluss endgültig in Kraft tritt.

Minijobs abschaffen: Wie verändert das die Arbeitswelt?

Sollten die Pläne der Rentenkommission Realität werden, würde dies mit einigen Veränderungen einhergehen. Die meisten Minijobber:innen arbeiten in der Gastronomie- und Handelsbranche. In diesen Bereichen ist also mit den größten Auswirkungen zu rechnen. Dementsprechend kommen aus dieser Ecke die meisten kritischen Stimmen zu dem Vorhaben. Arbeitgebende befürchten, dass ihre Arbeitsplätze durch das Wegfallen des Minijob-Konzepts für viele Menschen an Attraktivität verlieren. Auch vonseiten zahlreicher Studierender sind negative Stimmen zum Thema zu hören. Viele von ihnen sind auf einen flexiblen Nebenjob angewiesen, um sich finanziell abzusichern und nebenbei trotzdem ihrem Studium nachgehen zu können. Mit dem möglichen Fehlen von Minijobs und den garantierten Gehaltsabzügen fällt für sie potenziell eine wichtige Einnahmequelle weg.

Gewerkschaften und Sozialverbände hingegen sprechen sich vermehrt für die Abschaffung aus, ebenso wie die Bundesagentur für Arbeit. Sie sehen Minijobs als Problem an, da sie viele Menschen davon abhalten, direkt einer abgabenpflichtigen Tätigkeit nachzugehen. Langfristig gesehen könnte dieser Umstand für mehr Altersarmut sorgen. Ein Verbot hingegen fördert die frühere Einzahlung in Versicherungen und Krankenkassen und begünstigt mehr finanzielle Rücklagen in der Rente.

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