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Das Bild zeigt ein Schild mit der Aufschrift "Fachkräftemangel". Die rote Ampel daneben symbolisiert den Ernst der Lage.(C) hkama, stock.adobe.com

08.09.2026 Fiona Wiedemann

Neue Zahlen zum Fachkräftemangel: So ist die Lage in Augsburg

Fachkräftemangel: Eine Thematik, die unsere Arbeitswelt nun schon seit geraumer Zeit beschäftigt. Dieser Umstand wird sich vermutlich auch innerhalb der nächsten zehn Jahre nicht ändern – das zeigt eine aktuelle Studie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW). In der am 24. Juni 2026 veröffentlichten Untersuchung führt die VBW vor Augen, wie sich die Situation des Fachkräftemangels bis ins Jahr 2035 entwickelt haben wird. Das zentrale Ergebnis: Künftig werden in Bayern vermutlich sogar noch mehr Arbeitskräfte fehlen als momentan. Wie viele das genau sind und welche Branchen besonders betroffen sind, hängt stark von der Region ab. Was steckt hinter diesen Ergebnissen? Und wie lautet die Prognose für Augsburg und Umgebung?

Rund 290.000 Fachkräfte zu wenig

Laut der Studie werden im Jahr 2035 in ganz Bayern voraussichtlich rund 290.000 Arbeitskräfte fehlen. Das sind etwa 60.000 mehr als aktuell. Ein möglicher Grund für diesen Anstieg des Fachkräftemangels: Innerhalb der nächsten zehn Jahre werden mehr Menschen in Rente gehen, als ins Arbeitsleben nachrücken. Diese Zahlen beziehen sich jedoch auf ein Szenario, bei dem sich die wirtschaftliche Lage bis 2035 nicht groß verändert. Um auf Nummer Sicher zu gehen, hat sich die VBW noch zwei weitere potenzielle Zukunftsszenarien angeschaut. Rechnet man mit einem wirtschaftlichen Aufschwung, so ist die Zahl des fehlenden Personals mit rund 330.000 Menschen sogar noch höher. Gehen wir hingegen von einer schlechteren wirtschaftlichen Lage aus, sinkt die zu erwartende Zahl auf 210.000 Personen. Das liegt daran, dass in einem solchen Fall schlichtweg mit weniger zu besetzenden Arbeitsstellen gerechnet wird.

Welche Branchen trifft der Fachkräftemangel besonders?

Bei ihrer Studie hat die VBW auch verschiedene Berufsfelder in Betracht gezogen. Hierbei zeigt sich ein etwas anderes Bild, denn in einigen Branchen soll es sogar Fachkräfte-Überschuss geben. Dazu zählen beispielsweise Berufe in den Medien. Hier ist mit einem Überschuss von knapp 13 Prozent, also etwa 15.000 Menschen, zu rechnen. Auf dem anderen Ende dieses Spektrums finden sich Berufe, in denen der Fachkräftemangel besonders groß sein wird. Insbesondere Reinigungskräfte und Fahrzeugführer:innen, wie etwa Bus- oder Bahnfahrer:innen, gibt es laut der Studie deutlich zu wenige. Im Fahrbereich werden mehr als 50.000 Arbeitskräfte fehlen, im Reinigungsbereich um die 42.000.

Wie schneiden Augsburg und Region ab?

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie: Wie stark der Fachkräftemangel ausfallen wird, hängt besonders von der Region ab. Manche Orte schneiden bei der Prognose deutlich besser ab als andere – allen voran Augsburg und Umgebung. Mit 0,2 Prozent an fehlenden Arbeitskräften zeigt sich hier mit Abstand die niedrigste Lücke im Fachpersonal. Generell stehen Städte insgesamt etwas besser da als ländliche Regionen. Ebenfalls ist ein Nord-Süd-Gefälle zu beobachten: Demnach fehlen bayernweit die meisten Mitarbeitenden in und der Oberpfalz. Vereinzelt werden die Lücken sogar so groß, dass etwa jede achte Stelle unbesetzt bleibt.

Was können Unternehmen tun?

Das Ziel der neuen Studie ist es jedoch nicht, die Arbeitswelt in Panik zu versetzen. Stattdessen will die VBW möglichst detaillierte Zahlen liefern, um Unternehmen auf potenzielle Extremfälle vorzubereiten. Sind sich Firmen der Prognosen bewusst, haben sie nämlich jetzt die Chance, ihnen entgegenzuwirken und entsprechende Maßnahmen zu treffen. Ein möglicher Lösungsansatz: Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter zu verbessern und somit Ausfällen von Berufstätigen mit Kindern vorzubeugen. Laut VBW soll außerdem die Erwerbsbeteiligung von Älteren und Teilzeitkräften erhöht werden.

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