Search
Haupt-Navigation
Ein Mann sitzt vor einem Laptop und stützt den Kopf in die Hände, was Frustration, Erschöpfung oder Kopfschmerzen darstellt. Die Uhr vor ihm zeigt, dass er Überstunden macht.(C) princeoflove, stock.adobe.com

07.07.2026 ● Fiona Wiedemann

Überstunden: Welche Rechte haben Arbeitnehmende?

Mehr arbeiten als eigentlich vorgesehen? Das ist für viele Beschäftigte keine Seltenheit. Zahlreiche Arbeitnehmende leisten regelmäßig Überstunden, etwa aufgrund von hohen Arbeitslasten oder Personalmangel im Team. Aber was ist hier noch im Rahmen des Erlaubten und ab wann überschreiten Überstunden das gesunde Maß? Hierzu gibt es laut Arbeitszeitgesetz (ArbZG) genaue Vorgaben, die vielen Mitarbeitenden gar nicht bewusst sind. Welche Rechte haben sie wirklich?

Das ist die maximale Arbeitszeit

Dem Arbeitszeitgesetz zufolge beträgt die maximale Arbeitszeit pro Tag acht Stunden. Zwar darf der Arbeitstag auf zehn Stunden verlängert werden, aber nur, wenn der Durchschnitt der vorgegebenen acht Stunden pro Werktag im Zeitraum der letzten sechs Kalendermonate nicht überschritten wird. Das bedeutet: Durchschnittlich sind maximal 48 Stunden pro Woche erlaubt – inklusive Überstunden. Wer also normalerweise 40 Stunden pro Woche arbeitet, darf maximal acht Stunden Überstunden leisten.

Überstunden: Wie viel ist zu viel?

Grundsätzlich gilt: Sofern sie die maximale Arbeitszeit nicht überschreiten, sind gelegentliche Überstunden kein Problem. Sie dürfen jedoch nicht langfristig zur Regel werden. Das heißt: Sie dürfen den oben genannten Durchschnittswert nicht regulär übersteigen. Die Aufgabe, diesen gesetzlichen Rahmen einzuhalten, liegt bei den Arbeitgebenden. Dazu gehört auch, die Mitarbeitenden nicht zu überlasten und deren Gesundheit zu gewährleisten. Wird diese durch übermäßig schwere Aufgaben dauerhaft gefährdet, liegt ein Gesetzesverstoß vor.

Bezahlen von Überstunden

Ebenfalls ein wichtiger Punkt: Die Frage nach dem Bezahlen oder Ausgleichen von Überstunden. Auch hierzu hat das Arbeitszeitgesetz klare Vorgaben: Grundsätzlich müssen Überstunden immer mit einer Gegenleistung vonseiten des Unternehmens einhergehen – entweder in Form von Vergütung oder einem Freizeitausgleich. Welche Art von Ausgleich erfolgt, hängt davon ab, was im Arbeitsvertrag festgehalten ist. Enthält dieser keine eindeutige Regelung, muss eine Bezahlung erfolgen.

Was können Mitarbeitende bei Verstößen tun?

Besteht ein Verdacht auf Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz, haben Angestellte das Recht, Beschwerde einzureichen. Sie haben entweder die Möglichkeit, direkt das Gespräch mit der Unternehmensleitung zu suchen oder sich im Voraus rechtlich beraten zu lassen. Dies kann hilfreich sein, um sich über Feinheiten zu informieren und die eigenen Möglichkeiten abzuwägen. Klare, rechtlich bewiesene Fakten reichen oft bereits aus, um Arbeitgebende auf ihre Pflichten hinzuweisen und etwas an der Situation zu ändern. Bewirkt dies nichts, können gerichtliche Verfahren eingeleitet werden.

Passende Blog-Artikel

Das Bild zeigt eine Frau in einem Büro, die sich genervt die Ohren zuhält. Im Hintergrund sind verschwommen Menschen und Geräte zu sehen, die für den Lärm verantwortlich sind.

Lärm im Büro reduzieren: So gelingt es

Geräusche gehören meist zum Arbeitsalltag dazu. Trotzdem ist es wichtig, dass es im Büro nicht zu laut wird. Wie können Arbeitgebende den Lärmpegel möglichst gering halten?
News/Aktuelles
Eine Frau sitzt im Büro am Schreibtisch. Sie hat einen ratlosen Gesichtsausdruck und hält zwei Karten mit den Aufschriften "Yes" und "No" in der Hand. Dies steht symbolisch für die Überlegung, ob es sinnvoll ist, ohne neuen Job zu kündigen.

Ohne neuen Job kündigen: Risiko oder Chance?

Den aktuellen Job kündigen, obwohl noch keine neue Stelle in Aussicht ist? Für viele Beschäftigte klingt das zunächst ziemlich riskant. Aber ist das tatsächlich so oder kann dieser Schritt auch geheime Chancen bergen?
News/Aktuelles
Das Bild zeigt eine Gruppe von Kolleg:innen in einem modernen Büro. Die Atmosphäre wirkt locker und herzlich. Die beiden Menschen im Vordergrund geben sich einen herzlichen Handschlag und stehen symbolisch für ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Arbeitgebenden und Mitarbeitenden.

Vertrauen zum Team aufbauen: Das können Führungskräfte tun

Haben Mitarbeitende ein vertrauensbasiertes Verhältnis zu ihren Chef:innen, leistet das gesamte Team bessere Arbeit. Wie können Führungskräfte dies stärken?
News/Aktuelles