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Was ist eigentlich Polyworking?(C) VMM Medienagentur

08.09.2025 Fiona Wiedemann

Was ist eigentlich Polyworking?

Polyworking: Das bedeutet, mehrere Jobs gleichzeitig auszuüben. Dazu zählen Beschäftigungen in Voll- und Teilzeit, aber auch Minijobs, freiberufliche Projekte oder kurzfristige Tätigkeiten. Auf dem aktuellen Arbeitsmarkt ist dieses Phänomen definitiv keine Seltenheit mehr, vor allem unter Millennials. Die Plattform Academized.com führte hierzu eine weltweite Studie anhand von 2.500 Menschen zwischen 26 und 41 Jahren durch. Das Ergebnis: 52 Prozent aller Befragten gehen nicht nur einer beruflichen Tätigkeit nach, sondern mindestens zwei.

Auch in Deutschland ist dieser Trend bereits angekommen – hier jonglieren sogar 54 Prozent mit zwei oder mehr Jobs. Damit liegt Deutschland in Sachen Polyworking europaweit an der Spitze – noch vor Großbritannien und Frankreich. Aber was steckt hinter dieser Entwicklung? Und was bedeutet das für die Zukunft der Arbeitswelt?

Warum ist Polyworking im Trend?

Als Hauptmotivation nennen die Teilnehmenden der Studie vor allem zwei Punkte: finanzielle Sicherheit und eine bessere Work-Life-Balance. Damit passt Polyworking perfekt ins Gesamtbild der heutigen Arbeitswelt. Diese steht ganz im Zeichen von Flexibilität, Vielfalt und Freiraum. Gerade für Millennials oder Mitglieder der Gen Z ist das Bedürfnis nach Selbstentfaltung, Entscheidungsfreiheit und Abwechslung besonders groß. Dieser Wunsch nach Unabhängigkeit wirkt sich auch auf den Arbeitsalltag aus. Zahlreiche Mitarbeitende wollen nicht fest an ein Unternehmen oder eine Tätigkeit gebunden sein. Stattdessen möchten sie lieber unterschiedliche Berufsfelder, Arbeitsplätze und -modelle kennenlernen.

Dies hat oft nicht nur individuelle Gründe, sondern auch finanzielle. Wir leben in Zeiten, die von Wandel und wirtschaftlichen Schwankungen geprägt sind. Das bringt Unsicherheiten mit sich, vor allem für Menschen am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn. Deshalb setzen viele von ihnen auf mehrere Jobs – etwa, um mit der Schnelllebigkeit des aktuellen Arbeitsmarkts mithalten zu können oder sich ein eigenständiges Leben finanzieren zu können. Dieses berufliche Multitasking zahlt sich aus: Laut Academized.com verdienen 36 Prozent der europäischen Polyworker:innen jährlich über 10.000 Euro durch ihre Nebenjobs.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Ein Ausblick in die Zukunft zeigt: Es durchaus wahrscheinlich, dass es sich bei Polyworking nicht nur um einen schnelllebigen Trend handelt. Die stetig voranschreitende Digitalisierung ist dabei ein entscheidender Faktor. Arbeitsmodelle wie Homeoffice und Remote Work oder moderne Kommunikationstools bieten die ideale Grundlage für das Ausüben mehrerer Tätigkeiten.

Für Unternehmen bedeutet das vor allem eines: Sie müssen ihre internen Strukturen an diese Entwicklungen anpassen und passende Rahmenbedingungen für mögliches Polyworking schaffen. Dazu gehören beispielsweise flexiblere Arbeitsmodelle oder neue Vergütungssysteme.

Die größte Veränderung aber muss vor allem im Mindset passieren. Denn die berufliche Karriere verläuft für viele längst nicht mehr linear, sondern ist vielmehr eine bunte Collage aus den unterschiedlichsten Tätigkeiten. Polyworking ist nur ein kleiner Teil dieser Arbeitskultur, in der es immer weniger feste Berufsprofile gibt – dafür mehr Vielfalt und Raum fürs Ausprobieren.

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