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Zwei Männer in Sakko und Anzugsschuhen stehen sich gegenüber und schütteln sich die Hände. Im Hintergrund sieht man einen Tisch, zwei Stühle, Deko und Lampen.(C) VMM Medienagentur

21.10.2025 Janika Schneider

Talent-Management neu gedacht: Quiet Hiring als Karrierechance

Fachkräftemangel, steigende Kosten und der Druck, schneller auf Veränderungen zu reagieren: All das zwingt Unternehmen, neue Wege im Talent-Management zu gehen. Eine Antwort darauf ist Quiet Hiring.

Unter dem Trend-Begriff versteht man, dass Unternehmen offene Aufgaben und Positionen intern durch bereits bestehende Mitarbeitende besetzen, anstatt extern nach neuen Arbeitskräften zu suchen und diese einzustellen. Dabei übernehmen die Arbeitnehmenden andere zusätzliche Aufgaben, ohne dass dafür eine neue Stelle ausgeschrieben wird. Stattdessen wird diese Lücke sozusagen leise aufgefüllt. Für Arbeitnehmende ergeben sich daraus neue Chancen, aber auch neue Herausforderungen.

Quiet Hiring im Kontext von Talent-Management

Im Gegensatz zur klassischen Rekrutierung steht hierbei die interne Talentmobilität im Vordergrund. Das Ziel ist es, die offenen Positionen schnell, kosteneffizient und flexibel zu besetzen. Im Talent-Management ergeben sich somit einige Vorteile: Kostenreduktion, Flexibilität und Entwicklungspotenzial. Quiet Hiring reduziert die Ausgaben, die durch Recruiting und Einarbeitung entstehen würden. Außerdem können Unternehmen flexibel reagieren, wenn sich neue Projekte ergeben. Zusätzlich werden bestehende Mitarbeitende gefördert, können erweiterte Skills aufbauen und sich weiterentwickeln.

Chancen und Risiken: Was Quiet Hiring für Mitarbeitende bedeutet

Die Arbeitnehmenden sind bereits mit dem Unternehmen und der Arbeitskultur vertraut, sodass die Einarbeitung in die neuen Aufgaben oft deutlich kürzer ausfällt. Dies ist für beide Parteien von Vorteil, da es den Arbeitgebenden weniger Ressourcen kostet und die Mitarbeitenden können direkt starten ohne eine lange Eingewöhnungsphase. So läuft der Arbeitsalltag trotz Veränderung ohne große Komplikationen weiter. Dennoch gilt es, einige Risiken zu beachten.

Es kann durchaus vorkommen, dass Mitarbeitende plötzlich Verantwortung übernehmen müssen, mit der sie entweder nicht umgehen können oder sogar allein gelassen werden. Ein weiteres Problem entsteht, wenn Mitarbeitenden Aufgaben zugewiesen bekommen, für die sie nicht qualifiziert sind. Daraus kann auch resultieren, dass trotz steigender Verantwortung die Vergütung gleich bleibt. Deshalb ist es wichtig, dass sich Mitarbeitende vor möglichen Nachteilen schützen.

Tipps für Arbeitnehmende

  • Klarheit schaffen: Rahmenbedingungen (Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Arbeitsumfang, etc.) definieren und schriftlich festhalten.
  • Vergütung ansprechen: Offen über Gehaltsanpassungen oder Benefits verhandeln.
  • Weiterbildung nutzen: Neue Aufgaben bieten die Möglichkeit, Fähigkeiten auszubauen. Durch ein aktives Fragen nach Training oder Coaching können neue Skills aufgebaut werden.
  • Eigenen Grenzen kennen: Es ist wichtig, „Nein“ sagen zu können, wenn Aufgaben realistisch nicht zu schaffen sind.
  • Strategisch denken: Quiet Hiring ist mehr als nur eine vorübergehende Lösung. Wer diese Methode des Talent-Managements klug nutzt, kann sich im Unternehmen sichtbar machen und seine Position stärken. Das bedeutet, neue Aufgaben bewusst zu wählen, die zu den eigenen Karrierezielen passen, und die gesammelten Erfahrungen aktiv in Gesprächen mit Vorgesetzten einzubringen.

Quiet Hiring ist kein neuer Trend, sondern eine moderne Form des Talent-Managements. Richtig umgesetzt kann es beiden Seiten nutzen: Unternehmen sparen Kosten und bleiben flexibel, während Mitarbeitende neue Chancen für Wachstum und Entwicklung erhalten. Entscheidend sind dabei Transparenz, faire Rahmenbedingungen und eine offene Kommunikation. Dann wird aus „stiller Stellenbesetzung“ ein echter Karriere-Booster.

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