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Rage Applying

28.01.2025 Fiona Wiedemann

Rage Applying – Was ist das?

Quiet Quitting, Quiet Firing, Career Cushioning, und und und – in der heutigen Arbeitswelt scheint es oft so, als jage ein Trendbegriff den nächsten. Dabei wird es immer schwieriger, den Überblick zu behalten. Aktuell ist ein neuer Begriff aus den USA in aller Munde: Rage Applying. Klingt nach viel Wut und Frust – und hat damit tatsächlich auch eine Menge zu tun. Aber steckt dahinter möglicherweise auch der Schlüssel zum Traumjob? Und welche Folgen hat dieser Trend für Arbeitgebende und Arbeitnehmende?

Was bedeutet Rage Applying?

Wörtlich übersetzt heißt „Rage Applying“ so viel wie „wütend bewerben“. Genau darum geht es bei diesem Trend auch: Mitarbeitende machen ihrem Frust über den aktuellen Arbeitsplatz Luft, indem sie sich scheinbar wahllos bei anderen Unternehmen bewerben. Meist geschieht dies sehr impulsiv – sie sind unglücklich mit ihrer Situation und wollen ihrem aktuellen Arbeitsumfeld entfliehen. Auf welche Stellenausschreibung sie dabei reagieren, ist erst einmal Nebensache. Vor allem das Gehalt kann jedoch ein wichtiger Faktor sein. Dass sich gerade junge Menschen häufig nach neuen Jobs umschauen, ist im Prinzip nichts neues. Was also unterscheidet Rage Applying vom normalen Bewerbungsprozess? Ganz einfach: Die Beweggründe. Beim Rage Applying steht nicht die Suche nach einem passenden neuen Arbeitsplatz im Vordergrund, sondern die Unzufriedenheit mit dem alten.

Quiet Quitting und Co.: Besteht ein Zusammenhang?

Viele Trends der letzten Jahre befassen sich mit drastischen Maßnahmen, den aktuellen Job zu verlassen oder zu wechseln. Beim Quiet Firing sind es die Arbeitgebenden, die mit ihren Mitarbeitenden unglücklich sind und sie mit bestimmten Methoden zu einer „freiwilligen“ Kündigung drängen. Quiet Quitting hingegen bedeutet, dass Angestellte nur noch das Allernötigste erledigen. Damit erhoffen sie sich eine Entlassung vonseiten des Unternehmens, sodass sie nicht selbst kündigen müssen. Bei beiden Trends stehen Frust und Unzufriedenheit über die Arbeitssituation im Fokus. Auch Rage Applying passt in dieses Muster.

Was müssen Jobsuchende beachten?

Rage Applying kann für die Bewerbenden durchaus sinnvoll sein: Da sie sich bei diesem Trend häufig auf eine Vielzahl an Stellen bewerben, steigt die Chance, etwas Passendes zu finden. Allerdings kann das Ganze auch nach hinten losgehen und sie können – wie bei jeder Bewerbung – auf Ablehnung stoßen. Der Frust, mit dem sie ohnehin schon zu kämpfen haben, wird damit noch größer. Somit besteht die Gefahr, in einem Teufelskreis aus negativen Gefühlen zu landen. Außerdem hat Rage Applying oft die Konsequenz, dass sich Bewerbende nicht genügend mit den ausgeschriebenen Stellen auseinandersetzen. Wer sich nicht ausreichend mit dem gesuchten Bewerberprofil befasst, passt möglicherweise gar nicht hinein. So könnte auch der neue Arbeitsplatz künftig für Wut und Frust sorgen.

„Rage Applying“-Bewerbungen erkennen

Auch für Arbeitnehmende kann dieser Trend unerwartete Folgen haben. So kann es mitunter sein, dass neue Mitarbeitende mit ihren Aufgaben überfordert sind, weil sich eigentlich nicht ins Bewerbungsprofil passen. Auch das Interesse am Unternehmen selbst – und nicht nur an der offenen Stelle – bleibt dabei oft auf der Strecke. Möglicherweise entscheiden sie sich schnell für einen anderen Job und die Suche geht weiter – sowohl für Arbeitgebende als auch Arbeitnehmende.

Um einen ständigen Personalwechsel zu vermeiden, helfen gezielte Strategien im Bewerbungsgespräch. Spezifische Fragen zum Unternehmen, zum Bewerbungsgrund oder zu den eigenen Vorstellungen können viel über die Intention der Bewerbenden verraten. Natürlich können Firmen aber auch Rage-Applyer:innen langfristig für sich begeistern – zum Beispiel mit Benefits oder Gehaltsanpassungen.

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